Deutschland 1948

7./8. Jan. Militärgouverneure Clay (USA) und Robertson (GB) erläutern Ministerpräsidenten und Vertretern der Bizone abermalige Reform der Bizone.
30. Jan. Der Landtag von Sachsen beschließt ein Gesetz über die Enteignung von Banken, dem sich die anderen Länder der SBZ anschließen.
09. Feb. 'Frankfurter Charta' (von Clay und Roberton am 05.02. unterzeichnet) in Kraft:
Verdoppelung des Wirtschaftsrates von 52 auf 104 Abgeordnete; Errichtung des Länderrates (als Zweiter Kammer und anstelle des Exekutivrats) mit Vetorecht und Recht zur Gesetzesinitiative; Verwaltungsrat aus Direktoren der Verwaltungen mit einem Oberdirektor an der Spitze als Quasiregierung der Bizone. 
23. Feb. Konstituierende Sitzung des Länderrats der Bizone. 
01- März Gründung der 'Bank Deutscher Länder' (später 'Bundesbank') in Frankfurt/Main.
06. März Kommuniqué der Londoner Sechsmächtekonferenz (einschließlich der Beneluxstaaten), die nach dem Scheitern der Londoner Viermächtekonferenz vom Dezember 1947 am 23. Februar begonnen hat.
Die Westmächte empfehlen Zusammenarbeit der drei Mächte in Westdeutschland, ein förderatives Regierungssystem für Deutschland und Deutschlands Teilnahme am Marshallplan wie auch an der internationalen Ruhrkontrolle.
09. März Deutsche Wirtschaftskommission (DWK) übernimmt die zentrale Lenkung und Leitung der Wirtschaft in der SBZ.
20. März Sprengung des alliierten Kontrollrats durch Marschall Sokolowskij aus Protest gegen die Londoner Sechsmächtekonferenz und das antisowjetische Bündnis der Brüsseler Westunion (17.03.1948). Ende der Viermächteverwaltung Deutschlands.
01. April Beginn der "kleinen" Berlin-Blockade: Behinderungen des Verkehrs durch sowjetische Inspektionen.
16. April Gründung der OEEC (Organizaiton for European Economic Cooperation) durch Unterzeichnung der Konvention für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit nach Pariser Marshallplankonferenzen. Westdeutschland wird durch die drei westlichen Militärgouverneure vertreten.
17. April Der Aufbau von 'Vereinigten Volkseigenen Betrieben" (VVB) in der SBZ beginnt.
20. April (Bis 02. Juni) Zweite Phase der Sechsmächtekonferenz endet mit Londoner Empfehlungen:
Die deutschen Ministerpräsidenten der drei Westzonen sollen von den Militärgouverneuren ermächtigt werden, eine Konstituante (als ersten Schritt zur Staatsgründung) einzuberufen. Internationale Ruhrkontrolle und ein militärisches Sicherheitsamt als Dreimächteinstanz werden als Sicherheitsmaßnahmen in Aussicht genommen.
29. April Gründung der Demokratischen Bauernpartei (DBD) in der SBZ, die fortan zu den *Blockparteien" zählt.

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25. Mai Gründung der National-Demokratischen Partei (NDPD) als weitere Blockpartei in der der SBZ.
20. Juni Währungsreform in den Westzonen.
Auszahlung eines Kopfgeldes  von Dm 40,- und Abwertung der Reichsmark in Deutsche Mark im Verhältnis 100 : 6,50.
23. Juni In der SBZ wird die "Deutsche Mark der Deutschen Notenbank" eingeführt.
24. Juni Nachdem der Versuch, die in der SBZ durchgeführte Währungsreform auch auf Westberlin auszudehnen, von den Westalliierten verhindert wird, verhängen die Sowjets (bis zum 12. Mai 1949) eine totale Blockade über die Land- und Wasserwege zu den Westsektoren der Stadt und stellen auch die Energieversorgung ein (Beginn der amerikanischen Luftbrücke zur Versorgung der Stadt am 26.06.1948 bis zum 30.09.1949).
01. Juli Übergabe des Staatsgründungsauftrags in Gestalt der drei "Frankfurter Dokumente" an die elf westdeutschen Ministerpräsidenten durch die Militärgouverneure der drei Westzonen.
Dokument I enthält "Verfassungsrechtliche Bestimmungen",
Dokument II den Auftrag, Vorschläge zur Länderneugliederung zu machen,
Dokument III "Gründung eines Besatzungsstatus".
03. Juli Aufstellung der "Kasernierten Volkspolizei" (KVP) als Vorläufer der "Nationalen Volksarmee".
10. Aug. Bis 23. August.
Tagung des Verdassungskonvents auf der Insel Herrenchiemsee (Entwurf des Grunsgesetzes).
01. Sept. Eröffnung des Parlamentarischen Rates in Bonn. Die Verfassunggebende Versammlung besteht aus 65 Abgeordneten, die von den Landtagen der drei Westzonen delegiert sind. Zum Präsidenten wird Konrad Adenauer gewählt.

03. Nov. Die "Handelsorganisation" (HO) wird als staatliches Unternehmen in der SBZ eröffnet.
22. Nov. Memorandum der westalliierten Verbindungsoffiziere beim Parlamentarischen Rat. Die Allierten präzisieren ihre Ansichten vor allem hinsichtlich des von ihnen gewünschten förderativen Staatsaufbaus.
23. Nov. Die Betriebsräte in der SBZ werden den Betriebsgewerkschaftsleitungen (BGL) angeschlossen und damit aufgelöst.
30. Nov. In Ostberlin wird eine eigene Stadtverwaltung unter Friedrich Ebert eingerichtet.
08. Dez. Die neue (West-)Berliner Stadtverordnetenversammlung wählt Ernst Reuter einstimmig zum Oberbürgermeister von (West-)Berlin.
11. Dez. In Heppenheim wird die "Freie Demikratische Partei" (FDP) als Zusammenschluss liberaler Parteien für die drei Westzonen gegründet. Theodor Heuss wird Vorsitzender.
13. Dez. Gründung der "Jungen Pioniere" (JP) in Ostberlin in der FDJ unter Leitung von Margot Feist (spätere Honecker).
28. Dez. Londoner Sechsmächteabkommen über die Einsetzung einer Internationalen Ruhrbehörde (Ruhr-Statut). Die drei Militärgouverneure vertreten Westdeutschland in der Behörde.
Quelle: "Deutschland seit 1945" Wolfgang Benz, dtv 1999
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