Deutschland 1952

24. Jan. Das Mutterschutzgesetz tritt in Kraft. Es regelt Kündigungsschutz, Schutz vor Verdienstausfall u.a.
26.Jan. Bis 27. Jan. Auf einer Außenministerkonferenz fordert der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Walter Hallstein, die Aufnahme der Bundesrepublik in die NATO.
28. Jan. Die Geschäftsordnung des Bundestages tritt in Kraft. Sie regelt die Arbeit des Parlaments, wie unter anderem die Bildung von Fraktionen, Ausschüssen, die Rechte und Pflichten der Abgeordneten, Ordnungs- und Abstimmungsverfahren.
08. Feb Gegen die Stimmen der Oppositon entscheidet der Bundestag für eine bundesdeutsche Mitgliedschaft in einer Europäischen Vereteidigngsgemeinschaft.
28. Feb. Beginn der Londoner Schuldenkonferenz zur Regelung der Auslandsschulden des Deutschen Reiches und Preußens durch die BRG (Londoner Abkommen vom 27.Feb.1953).
01. März Helgoland, seit 1945 Übungsziel der britischen Luftwaffe, kommt unter die Hoheit der Bundesrepublik.
10. März Stalin schlägt den Westmächten Wiedervereinigung und bewaffnete Neutralität für Deutschland vor.
25. März Antwort der Westmächte auf die Stalinnote: Freie gesamtdeutsche Wahlen sind die Vorbedingung für Gespräche über einen Friedensvertrag.
09. April Zweite Note der Sowjetunion an die Westmächte: Zustimmung zu freien gesamtdeutschen Wahlen, aber unter Viermächte- anstatt UN-Kontrolle. In weiterem Notenwechsel (24.5/10.7 und 23.8/23.9) bleiben die Standpunkte beider Seiten unverändert. Die Westmächte glauben nicht an die Ernsthaftigkeit des Stalin-Angebots freier Wahlen und lehnen die Neutralisierung im Einklang mit der Bonner Regierung ab.
25. April Bildung des Landes Baden-Württemberg durch Zusammenschluss der drei südwestdeutschen Länder.
01. Mai Errichtung der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung.
26. Mai Der in Bonn unterzeichnete "Vertrag über die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und den Drei Mächten" (Deutschland- oder Generalvertrag) sieht Gleichberechtigung der Bundesrepublik innerhalb der westeuropäischen Gemeinschaft vor. Endgültige Grenzen Deutschlands bleiben späterer Friedensvertragsregelung vorbehalten.Zusatzverträge (Überleitungsvertrag, Truppenvertrag, Finanzabkommen u.a.) sollen Probleme der Besatzungszeit, Höhe des deutschen Verteidigungsbeitrags und Rechtsverhältnisse der ausländischen Streitkräfte regeln. Inkrafttreten ist an Ratifizierung des Vertrages über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG-Vertrag) gebunden.
Verordnung des Ministerrates der DDR über eine 5 km breite Sperrzone entlang der Demarkationslinie zur Bundesrepublik.
27. Mai Unterzeichnung des EVG-Vertrages in Paris. Darin wird die Schaffung supranationaler europäischer Streitkräfte mit deutschen Kontingenten festgelegt (das Vertragswerk scheitert am Widerstand der französischen Nationalversammlung im August 1954).

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09.Juli Bis 12. Juli: 2. Parteikonferenz der SED beschließt Richtlinien für planmäßigen Aufbau der Grundlagen des Sozialismus: Bildung landwirtschaflticher Produktionsgenossenschaften, Vorrang der Schwerindustrie.
23. Juli Gesetz "über die weitere Demokratisierung der staatlichen Organe". Aufteilung der Länder der DDR in 14 Bezirke.
Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Montanunion) tritt in Kraft.
02. Aug. Beitritt der Bundesrepublik zum Internationalen Währungsfonds (IWF).
07.Aug. Gründung der "Gesellschaft für Sport und Technik" (GST), einer Massenorganisation zur vormilitäischen und wehrsportlichen Erziehung und Ausbildung von Jugendlichen in der DDR.
14.Aug. Bildung des "Staatlichen Rundfunkkomitees" (mit Intendanzbereich Fernsehen) aks zentrales Leitungsorgan aller Sender der DDR unter dem Vorsitz des Generalintendanten des Rundfunks in der DDR, Kurz Heiss. Ab 15.11.1971 werden die einzelnen Sender der DDR (z.B.: "Deutschlandsender", "Berliner Welle") zusammengefasst zur "Stimme der DDR".
20. Aug. Kurt Schumacher, der erste Vorsitzende der SPD, stirbt. Am 27.09.1952 wird Erich Ollenhauer zum Nachfolger gewählt.
01. Sept. Das Lastenausgleichsgesetz tritt in Kraft. Sonderleistungen für Kriegsbeschädigte, Heimatvertriebene und Flüchtlinge.
10. Sept. Wiedergutmachungsabkommen zwischen der Bundesrepublik und Israel sowie der Jewish Claims Conference wird unterzeichnet.

11. Okt. Das Betriebsverfassungsgesetz tritt in Kraft. Es sieht die Mitwirkung und Mitbestimmung der Arbeitnehmer in sozialen, personellen und wirtschafltichen Angelegenheiten in privatwirtschaftlichen Betrieben vor.
23. Okt. Verbot der rechtsextremen Sozialistischen Reichspartei (SRP) auf Antrag der Bundesregierung.
25. Nov. Gründung der Bundeszentrale für Heimatdienst (seit 1963 für politische Bildung) beim Bundesinnenministerium zur Förderung der politischen Bildungsarbeit direkt und in Verbindung mit anderen Bildungseinrichtungen.
29. Nov. Und 30.11.: Gründung der Gesamtdeutschen Volkspartei durch Gustav Heinemann (ehemals CDU) und Helene Wessel (ehemals Zentrumspartei).
05. Dez. 1. Konferenz der Vorsitzenden der LPG (Landwirtschafltiche Produktionsgenossenschaften) mit Vertretern des ZK der SED und des Ministerrats in Ostberlin: Verabschiedung eines Musterstatuts für LPG.
09. Dez. Die NATO legt Militärstrategie der massiven Vergeltung fest.
25. Dez. Der Nordwestdeutsche Rundfunk beginnt mit der Ausstrahlung des ersten deutschen Fernsehprogamms nach dem Krieg (Erste Sendung war das Fussballspiel St. Pauli - Hamborn).
31. Dez. Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik betrug im Jahresdurchschnitt 9,5%.
182393 Personen kamen aus der DDR in die Bundesrepublik.
Quelle: "Deutschland seit 1945" Wolfgang Benz, dtv 1999
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