| 01. Jan. | Beginn des freien Kapitalmarktes in der BRD (das Kapitalmarktförderungsgesetz ist außer Kraft). |
| 11. Jan. | Otto Suhr (SPD) wird von einer SPD/CDU-Koaltition zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt. |
| 14. Jan. | Sowjetische
"Erklärung zur deutschen Frage". In dieser von Radio Moskau am
15.
Januar verbeiteten Erklärung betont die sowjetische Regierung,
die
Wiedervereinigung hänge in erster Linie von der Haltung des
deutschen Volkes selbst ab. Die sowjetische Regierung halte es für möglich, sich über die Einrichtung einer internationalen Aufsicht über die Durchführung gesamtdeutscher Wahlen zu einigen. Die sowjetische Regierung sei bereit, die Beziehungen zur Bundesrepubik zu normalisieren. Im Falle der Ratifizierung der Pariser Verträge werde eine neue Lage entstehen, die nicht nur die Festigung der Beziehung der UdSSR zur DDR, sondern auch gemeinsame Bemühungen der "friedliebenden" europäischen Staatem zur Festigung der Sicherheit in Europa zur Folge haben werde. Adenauer nimmt dazu am 22. Januar ablehnend Stellung. |
| 25. Jan. | Die Sowjetunion gibt bekannt, dass sie den Kriegszustand mit Deutschland als beendet ansieht. Gleichzeitig erklärt sie alle Beschränkungen für hinfällig, denen deutsche Staatsbürger bislang unterworfen waren. |
| 29. Jan. | Oppositionspolitiker, Gewerkschafter und Theologen lehnen im "Deutschen Manifest" wegen der Wiederbewaffnung die Pariser Verträge ab. |
| 18. Feb. | Die Volkskammer der DDR schlägt dem Deutschen Bundestag Vorbereitung gesamtdeutscher Wahlen vor und wendet sich in einer Proklamation an das deutsche Volk gegen die Ratifizierung der Pariser Verträge. |
| 27. Feb. | Der
Bundestag ratifiziert die Pariser Verträge von 1954 trotz
einer
großen parlamentarischen und außerparlamentarischen
Opposition. In der Frankfurter Paulskirche fndet eine Kundgebung unter dem Motto "Rettet Einheit, Freiheit, Frieden. Gegen Kommunismus und Nationalismus" statt. Zu den Teilnehmern gehören Erich Ollenhauer, Gustav Heinemann, Helmut Gollwitzer und Alfred Weber. |
| 01. April | Die Deutsche Lufthansa nimmt den 1945 eingestellten Flugbetrieb wieder auf. |
| 20. April | Die USA und die Bundesrepublik hinterlegen in Bonn die Ratifikationsurkunde für das Protokoll über die Beendigung des Besatzungsregimes und den Vertrag über den Aufenthalt ausländischer Streitkärfte in der Bundesrepublik. |
| 01. Mai | DGB-Aktionsprogramm der kleinen
Schritte wird veröffentlicht: Arbeitszeitverkürzung, Einkommenserhöhung, Ausbau der Sozialversicherung, Ausbau der Mitbestimmung und Verbesserung des Arbeitsschutzes. |
| 05. Mai | Die Pariser Verträge treten in Kraft: Die Bundesrepublik erhält die Souveränitat, tritt am 07.05. der Westeuropäischen Union und am 09.06. der NATO bei. Damit erlischt das Besatzungsstatut - von wenigen alliierten Sonderrechten abgesehen (Turppenstationierung, Berlin-Status, Wiederveinigungs- und Friedensvertragsfrage). |
| 14. Mai | Die DDR, Albanien, Bulgarien, Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei, die UdSSR und Ungarn schließen ein Militärbündnis, den "Warschauer Pakt". |
| 01. Juni | Und 02. Juni: Tagung des ZK der SED: Verabschiedung eines 10-Punkte-Programms zur Wiedervereinigung, das Grotewohl am 12.08. der Volkskammer unterbreitet. |
| 06. Juni | Die Dienststelle Blank ("Dienststelle des Beauftragten des Bundeskanzlers für die mit der Vermherung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen") wird umgewandelt in das Bundesministerium der Verteidigung. |
| 07. Juni | Die Regierung der Sowjetunion richtet eine Einladung an die Bundesregierung, in Moskau über die Aufnahme diplomatischer, kultureller und wirtschaftlicher Beziehungen zu verhandeln. Vorbereitende Besprechungen finden ab dem 12.08. zwischen den Botschaftern beider Mächte in Paris statt. Die Bundesregierung nennt auch die Frage der Wiedervereinigung und das Problem der Kriegsgefangenen als Besprechungsthema. |
| 24. Juli | Bis 27. Juli:
Während seines Besuches in der DDR formuliert Chruschtschow
die Zweistaatendoktrin. Die Wiedervereinigung Deutschlands sei Sache
der Deutschen, die politischen Errrungenschaften der DDR
müssten dabei unangetastet bleiben. |
| 05. Aug. | Verkündung des
Personalvertretungsgesetzes. Es regelt die Rechte der Beamten,
Angestellten und Arbeiter der Bundesbehörden einschließlich
der Gerichte. Die Mitglieder der OEEC unterzeichnen das Europäische Währungsabkommen. Es ersetzt die Europäische Zahlungsunion. |
| 27. Aug. | NOK der DDR und der Bundesrepublik beschließen die Entsendung einer gesamtdeutschen Olympiamannschaft nach Melbourne. Das NOK der DDR wurde am 18.06. provisorisches Mitglied des IOC. Erst 1968 erfolgt die volle protokollarische Anerkennung (d.h. mit Fahnen, Emblemen und Hymne) durch das IOC. Bis dahin wird bei Siegen der gesamtdeutschen Olympiamannschaft die "Ode an die Freude" aus Beethovens 9. Symphonie gespielt. |
| 08. Sept. | Bis 14. September: Regierungsdelegation unter Leitung des Bundeskanzlers in Moskau: Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Sowjetunion und der Bundesrepublik wird beschlossen. Die Sowjetunion sagt die Heimkehr der Kriegsgefangenen zu. Das Abkommen wird am 23.09. vom Bundestag einstimmig gebilligt. Am 07.10. trifft der erste Heimkehrertransport ein. Am 20.12. 1955 verfügt Deutschland nach 14 Jahren wieder über diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion. |
| 20. Sept. | Die Sowjetunion bestätigt durch Staatsvertrag die Souveränität der DDR. |
| 22. Sept. | Regierungserklärung der Bundesregierung über die nach Walter Hallstein, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, benannte Hallstein-Doktrin. Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen eines Landes zur DDR wird als "unfreundlicher Akt" gegen die Bundesrepublik Deutschland betrachtet, die sich vorbehält Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Am 09.12. wird die Hallstein-Doktrin als politisher Grundsatz eingeführt. |
| 21. Okt. | Der bisherige Bundesminister für Besondere Aufgaben, Franz Josef Strauß (CSU), wird zum Bundesminister für Atomfragen ernannt. |
| 23. Okt. | Die Europäisierung des Saargebiets (Saarstatut) wird von der Saarbevölkerung mit Zweidrittelmehrheit abgelehnt. |
| 24. Nov. | Umstrukturierungen im Regierungsapparat der DDR. Walter Ulbricht wird 1. Stellvertreter des Vorsitzenden Ministerrats. |
| 30. Nov. | Gründung der Christlichen Gewerkschaftsbewegung in der Bundesrepublik. |
| 20. Dez. | Anwerbevereinbarung über Arbeitskräfte mit Italien ("Gastarbeiter"). |
| 31. Dez. | Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik betrug im Jahresdurchschnitt 5,6%. Die Zahl der Übersiedler aus der DDR in die Bundesrepublik betrug 252870 Personen. |