Deutschland 1957

01. Jan. Das Saarland wird 10. Bundesland aufgrund der Volksabstimmung und gemäß einer mit Frankreich getroffenen Vereinbarung vom 04. Juni 1956 ("Luxemburger Abkommen").
02. Jan. In der DR wird die 45-Stunden-Woche eingeführt.
17. Jan. Gesetz über die "Örtlichen Organe der Staatsmacht" führt den "Demokratischen Zentralismus" in der DDR ein.
21. Jan. Der Bundestag verabschiedet mit 398 gegen 32 Stimmen bei 10 Enthaltungen das Gesetz über die Reform der Rentenversicherung der Arbeiter und Angestellten (Rentenreform am 23. Februar in Kraft).
24. Jan. Hans Speidel als erster deutscher General zum Oberbefehlshaber der NATO-Landstreitkräfte in Mitteleuropa ernannt. 
06. Feb. Der Bundestag bestätigt Berlin als Hauptstadt Deutschlands.
01. März In einer Reihe von Betrieben der Bundesrepublik wird die 45-Stunden-Woche eingeführt.
12. März Die DDR und die Sowjetunion schließen ein Abkommen über die Stationierung russischer Truppen in der DDR. 
25. März Römische Verträge. In Rom werden die Vertragswerke über die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM) unterzeichnet. Am 05. Juli stimmt der Bundestag mit großer Mehrheit dem Raitfizierungsgesetz zu.
01. April Einberufung der ersten Wehrpflichtigen zur Bundeswehr.
Beginn der Diskussion über die Ausrüstung der Bundeswehr mit Trägersystemen für Kernwaffen.
3. April Bundeskanzler Adenauer tritt für die Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen ein.
12. April Verkündung des "Göttinger Manifests": 18 Atomwissenschaftler fordern den Verzicht auf atomare Bewaffnung der Bundeswehr.
23. April Albert Schweitzer warnt anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises vor den Schrecken des Atomkriegs.

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18. Mai Bis 18 Mai: Die Gesamtdeutsche Volkspartei beschließt, sich aufzulösen. Ihre Mitglieder, darunter Gustav Heinemann und Helene Wessel, schließen sich überwiegend der SPD an.
21. Mai Das Bundesverfassungsgericht erklärt, dass das Grundgesetz auch für Berlin-West gilt, soweit nicht alliierte Vorbehalte dem entgegenstehen.
27. Mai Kartellgesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen tritt in Kraft. Aufbau des Bundeskartellamtes zur Sicherung des freien Wettbewerbs, einer der Grundlagen der freien Marktwirtschaft in der BRD.
18. Juni Das Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechtes wird verkündet.
26. Juni Errichtung der Position des Wehrbeauftragten des Bundestages (nach Art. 45b GG).
01. Juli Die ersten drei Divisionen der Bundeswehr werden der NATO unterstellt.
26. Juli Gesetz über die Errichtung der Deutschen Bundesbank (Bundesbankgesetz) als Nachfolgeorganisation der Bank Deutscher Länder.
27. Juli Der DDR-Ministerrat schlägt Bildung einer Konföderation zwischen beiden deutschen Staaten als Staatenbund vor.
29. Juli Die Regierungen der drei Westmächte und der Bundesrepublik unterzeichnen in Berlin ein 12-Punkte-Programm zur deutschen Einheit ("Berliner Erklärung"): Forderung nach Viermächteverhandlungen und Abschluss eines Friedensvertrages mit einer freigewählten gesamtdeutschen Regierung.

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24. Aug. Bildung eines "Forschungsrates" als zentrales Organ des Ministerrats der DDR für naturwissenschafltich-technische Forschung.
15. Sept. Bei den Wahlen zum 3. Deutschen Bundestag erhält die CU/CSU 50,2 % der gültigen Stimmen.
Am 29. 10 tritt die 3. Regierung Adenauer ihr Amt an.
03. Okt. Willy Brandt (SPD) wird nach dem Tod von Otto Suhr (SPD) zum neuen Regierenden Bürgermeister von Berlin-West gewählt.
04. Okt. Die Sowjets starten den ersten künstlichen Erdsatelliten ("Sputnik"). Der technologische Erfolg steigert das Prestige der Sowjetunion und löst in den USA den sogenannten "Sputnik-Schock" aus.
13. Okt. Geldumtausch der DDR zur Kontrolle des Geldumlaufs innerhalb und außerhalb des Staates.
19. Okt. Abbruch der diplomatischen Beziehungen der Bundesrepublik zu Jugoslawien, das die DDR völkerrechtlich anerkennt. Erstmals wird für die Bundesrepublik die Hallstein-Doktrin angewandt (siehe 22. September 1955).
31. Okt. In Garching bei München geht als erstes  deutsches Kernkraftwerk ein Forschungsreaktor ("Atomei") mit 4000 Kilowatt thermischer Leistung in Betrieb.
16. Dez. Inbetriebnahme des ersten Atomreaktors in der DDR in Rossendorf nahe Dresden.
19. Dez. Der NATO-Rat beschließt, dem Oberbefehlshaber in Europa Atomwaffen und Mittelstreckenraketen zur Verfügung zu stellen.
31. Dez. Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepunlik betrug im Jahresdurchschnitt 3,7 %.
Zahl der Übersiedler aus der DDR in die Bundesrepublik: 261622 Personen.
Quelle: "Deutschland seit 1945" Wolfgang Benz, dtv 1999
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