Deutschland 1958

01. Jan. Der EWG-Vertrag und der EURATOM-Vertrag treten in Kraft.
02. Jan. Anordnung des "Ministeriums für Kultur" über Unterhaltungs- und Tanzmusik in der DDR, die Erscheinungen der "westlichen Dekadenz" bekämpfen soll.
09. Jan. Der Außenhandel in der DDR wird zum "Staatlichen Monpol".
3. Feb. Bis 06. Februar: Tagung des ZK der SED. Erich Honecker wird Mitglied des Sekretariats des ZK und des Politbüros.
10. Feb. Bis 11. Februar: Die Volkskammer der DDR beschließt die Umsrukturierung des Staatsapparats: der Wirtschaftsrat wird durch die "Staatliche Plankommission" ersetzt, die "Vereinigungen Volkseigener Betriebe" (VVB) werdne neu organisiert und der "Staatlichen Plankommission" unterstellt, die Industrieministerien werden aufgelöst.
20. März Bis 25. März: Heftige Debatten im Bundestag über die Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen und die Deutschlandfrage.
23. März Die SPD gründet in Frankfurt, unterstützt vom DGB, den Aktionsausschuß "Kampf dem Atomtod".
25. April Bis 28. April: Der stellvertretende sowjetische Ministerpräsident Anastas Mikojan besucht Bonn. (Unterzeichnung eines Handelsabkommens und eines Konsularvertrages, ferner Vereinbarungen über Repratierung und Familienzusammenführung. Sowjetische Sorgen wegen atomarer Bewaffnung der Bundeswehr)
29. Mai Ende der Lebensmittelratonierung in der DDR.

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01. Juli Gesetz über Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts (Familienanpassungsgesetz) tritt in Kraft: Stärkung der Rechte der Frau und Einführung der Zugwinngemeinschaft in der Bundesrepublik.
02. Juli Der Bundestag fordert einstimmig die Einsetzung eines Viermächtegremiums zur Vorbereitung der Wiedervereinigung Deutschlands. Die entprechende Note der Bundesregierung wird den vier Mächten am 09. September überreicht.
10. Juli Bis 16. Juli: V. Parteitag der SED bekennt sich zum "Sieg der sozialistischen Produktionsverhältnisse" als Hauptaufgabe aller Parteien und Massenorganisationen der DDR.
30. Juli Auf Antrag der Bundesregierung erklärt das Bundesverfassungsgericht eine Volksbefragung über die atomare Ausrüstung der Bundeswehr für verfassungswirdrig.
04. Sept. DDR-Ministerrat schlägt in gleichlautenden Noten an die Regierungen der vier Großmächte sowie in einer Note an die Bundesrepublik die Bildung einer Viermächtekommission zur Vorbereitung eines Friedensvertrages mit Deutschland vor.
14. Sept. Erste Begegnung zwischen Bundeskanzler Adenauer und dem französischen Präsidenten Charles de Gaulle (am 29. Mai zum franz. Ministerpräsidenten gewählt).
30. Sept. Mit 327500 Arbeitslosen (1,7%) der rund 19,3 Millionen Arbeitskräfte wird der tiefste Stand seit der Währungsreform erreicht.

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01. Okt. Elvis Presley trifft in Bremerhaven ein, um als US-Panzersoldat in Hessen zu dienen.
10. Nov. Ausbruch der Berlin-Krise: Chruschtschow fordert die Revision des Potsdamer Abkommens.
27. Nov. "Chrusschtschow-Ultimatum": Die sowjetische Regierung erklärt die Rechte der Westmächte in Berlin für verwirkt und verlangt, binnen sechs Monaten einen Freie-Stadt-Status für Westberlin zu vereinbaren (Erstes Berlin-Ultimatum), sonst würden die sowjetischen Berlin-Rechte an die DDR übertragen.
01. Dez. Gründung der Ludwigsburger Zentalen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen.
08. Dez. Gesetz über Abschaffung der Länderkammer der DDR wird verabschiedet (Länder der DDR swit 23. Juli 1952 durch 14 Bezirke ersetzt).
29. Dez. Die Europäische Zahlungsunion wird aufgelöst. Die Deutsche Mark und die Währungen von neun anderen westeuropäische Staaten werden frei austauschbar (EWA - Europäisches Währungsabkommen).
31. Dez. Frankreich, Großbritannien und die USA prostestieren gegen das sowjetische Berlin-Ultimatum. Der Status der Stadt soll nur im Zusammenhang mit der Deutschlandfrage erörtert werden.
Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik betrug im Jahresdurchschnitt 3,7%.
Es kamen 204092 Personen aus der DDR in die Bundesrepublik.
Quelle: "Deutschland seit 1945" Wolfgang Benz, dtv 1999
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