Deutschland 1959

10. Jan. Note der Sowjetunion an die Bundesregierung und die Westmächte: Vorschlag für einen Friedensentwurf "mit beiden deutshen Staaten".
06. Feb. Das Bundesverteidigungsministerium bestellt 96 Starfighter in den USA.
04. März Bis 12. März: Besuch einer sowjetischen Delegation unter Leitung Chruschtschows in Ostberlin.
Am 09. März trifft der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer mit Chruschtschow in Berlin zusammen.
18. März "Deutschlandplan" der SPD: Vorschlag zur Schaffung einer entmilitarisierten, atomwaffenfreien Entspannungszone in Mitteleuropa.
19. März Die Sowjetunion erkennt die Berlin-Rechte der früheren alliierten Besatzungsmächte an.
24. März Mit der Ausgabe von Preussag-Aktien (über "Volksaktien") beginnt die Privatisierung von Teilen des Bundesvermögens.
07. April Bundeskanzler Adenauer gibt seine Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten bekannt.
24. April 1. Bitterfelder Kulturkonferenz unter dem Motto "Greif zur Feder, Kumpel!"; Verabschiedung des von der SED 1958 beschlossenen Programms zur Schaffung einer sozialistischen Nationalkultur ("Bitterfelder Weg").
11. Mai Deutschlandkonferenz der Außenminister der dier Mächte über Friedensvertrag und Wiedervereinigung beginnt in Genf (nach Vertagung fortgesetzt am 13. Juli und erfolglos beendet am 6. August). Delegationen aus der Bundesrepublik und der DDR werden als Berater hinzugezogen.
22. Mai In der DDR leben laut Zentralverwaltung für Statistik 17.310.670 Einwohner, ein Rückgang von ca. 1.500.000 innerhalb von zehn Jahren.
05. Juni Bundeskanzler Adenauer erklärt seinen Verzicht auf die Kandidatur zum Bundespräsidenten. Am 15. Juni nominiert die CDU/CSU Heinrich Lübke.

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01. Juli Die Bundesversammlung wählt in Berlin Heinrich Lübke, den bisherigen Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, zum zweiten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland.
05. Juli Im Einvernehmen der Bundesregierung mit der französischen und der saarländischen Regierung   endet die auf höchstens drei Jahre befristete Übergangsfrist für die wirtschaftliche Eingliederung des Saarlands in die Bundesrepublik.
26. Aug. Als erster Präsident der Vereinigten Staaten besucht Dwight D. Eisenhower die Bundesrepublik.
13. Sept. Eine sowjetische Rakete erreicht als erste von der Erde aus geschickte Rakete den Mond.
15. Sept. Bis 27. September: Chruschtschow zieht in Gesprächen mit Eisenhower in Camp David das Berlin-Ultimatum von 1958 zurück und propagiert die friedliche Koexistenz von Ost und West ("Geist von Camp David").
13. Nov. Bis 15. November: Der außerordentliche Parteitag der SPD in Bad Godesberg verabschiedet ein neues Grundsatzprogramm: Das "Godesberger Programm" markiert die Abkehr von marxistischen Ideen.
2. Dez. Nach den Beschlüssen der SED von Januar 1959 verabschiedet die Volkskammer ein Gesetz über "die sozialistische Entwicklung des Schulwesens" (u.a. die Einführung der zehnjährigen Schulpflicht).
22. Dez. Der NATO-Rat beschließt die Aufstellung von 30 Divisionen in West- und Mitteleuropa.
23. Dez. "Atomgesetz" über die friedliche Verwendung der Kernenergie und Schutz gegen ihre Gefahren.
24. Dez. Beginn einer antisemitischen Schmierwelle nach Syynagogenschännndung in Köln.
31. Dez. Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik betrug im Jahresdurschnitt 2,6%.
Es kamen 143917 Personen aus der DDR in die Bundesrepublik.

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Quelle: "Deutschland seit 1945" Wolfgang Benz, dtv 1999
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