Deutschland 1960

04. Jan. Gründung der europäischen Freihandelsunion (EFTA) durch 7 Nicht-EWG-Staaten unter der Führung Großbritanniens.
13. Jan. Entwurf eines Gesetzes zur Einführung einer Notstandsverfassung (Schröder-Entwurf).
23. Jan. Brief Walter Ulbrichts an Bundeskanzler Adenauer mit Vorschlägen zur Abrüstung und einem Friedensvertrag wird am 27.01. ungöffnet zurückgeschickt.
28. Jan. Erich Mende wird Parteivorsitzender der FDP
10. Feb. Die DDR-Volkskammer beschließt ein Gesetz über die Bildung eines Nationalen Verteidigungsrates. Vorsitzender wird am 11. Februar Walter Ulbricht.
12. März Bis 24. März: Bei einem Staatsbesuch Adenauers in den USA findet eine Unterredung mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ben Gurion statt.
29. März Anwerbevereinbarung für Gastarbeiter mit Spanien.
30. März Anwerbevereinbarung für Gastarbeiter mit Griechenland.
14. April Die Kollektivierung der DDR-Landwirtschaft ist nach dem Beitritt aller Bauern in die Landwirschafltichen Produktionsgenossenschaften abgeschlossen.
03. Mai Die Bundesrepublik Deutschland schließt sich dem Übereinkommen der WEU über Grenzarbeiter und Gastarbeiter an.
Theodor Oberländer, Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsbeschädigte, tritt nach Vorwürfen über Beteiligung an völkerrechtswidrigen Erschießungen im Zweiten Weltkrieg zurück.
09. Mai Zwischen SPD-Parteivorstand und Sozialistischem Deutschen Studentenbund (SDS) kommt es zu politischen Meinungsverschiedenheiten. Als neue sozialdemokratische Studentenorganisation wird der Sozialdemokratische Hochschulbund (SHB) gegründet.
23. Mai David Ben Gurion, der israelische Ministerpräsident, gibt bekannt, dass der israelische Geheimdienst den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann verhaftet hat.

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23. Juni Der "Lücke-Plan" tritt mit dem "Gesetz über den Abbau der Wohnungszwangwirtschaft und über ein soziales Miet- und Wohnungsrecht" in Kraft. Der bisherige Mieterschutz wird durch Einführung einer Sozialklausel im BGB ersetzt.
29. Juni Der Bundestag billigt die Privatisierung des Volkswagenwerks.
30. Juni Herbert Wehner legt in einer Grundsatzrede vor dem Bundestag die außenpolitische Neuorientierung der SPD dar.
Juli "Bad Homburger Abkommen" zwichen ID Metall und "Gesamtmetall". Es wird die stufenweise Einführung der 40-Stunden-Woche vereinbart.
01. Juli Neun von siebzehn Abgeordneten der Deutschen Partei (DP), unter ihnen die Bundesminister Hans-Christoph Seebohm und Hans-Joachim von Merkatz, erklären ihren Austritt und wechseln am 20.09. zur CDU/CSU-Fraktion.
20. Juli SPD brich tendgültig die Beziehungen zum SDS ab.
25. Juli Nachdem ein Bundesrundfunkgesetz im Bundesrat gescheitert ist, gründet Konrad Adenauer die "Deutschland-Fernsehen GmbH".
09. Aug. Das Jugendarbeitsschutzgesetz tritt in Kraft.
18. Aug. Erleichterung langfristiger Lieferverträge durch Modifizierung des Berliner Abkommens für den Interzonenhandel.
29. Aug. Beschränkungen des Reiseverkehrs zwischen West-Berlin und Ostberlin durch die DDR, worauf die Bundesrepublik das Interzonenabkommen kündigt.
07. Sept. DDR-Präsident Wilhelm Pieck stirbt.
Das Amt des Präsidenten der DDR wird am 12.09. abgeschafft. Die Volkskammer beschließt die Schaffung eines Staatsrates, zu dessen 1. Vorsitzenden Walter Ulbricht gewählt wird.
29. Nov. Gesetz zur Errichtung von Deutscher Welle (DW) und Deutschlandfunk (DLF) als Anstalten des Bundesrechts verabschiedet. Sendebeginn am 01.01.1962.
17. Dez. Gründung der Deutschen Friedensunion (DFU).
31. Dez. Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik betrug im Jahresdurschnitt 1,3%.
199188 Personen kamen aus der DDR in die Bundesrepublik.

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Quelle: "Deutschland seit 1945" Wolfgang Benz, dtv 1999
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