Deutschland 1962

01. Jan. Mit einer Ansprache des Bundespräsidenten Heinrich Lübke nimmt der Deutschlandfunk sein Programm auf.
05. Jan. Bis 06. Januar: Frauenkonferenz des ZK der SED. 46% aller Beschäftigten sind Frauen.
24. Jan. Die DDR führt die allgemeine Wehrpflicht ein.
17. Feb. Jahrhundertflut an der Nordseeküste.
28. Feb. "Oberhausener Manifest", Magna Charta des jungen deutschen Autoren-Films. Unterzeichner u.a. Alexander Kluge, Edgar Reitz, Peter Schamoni, Franz Josef Spieker.
12. März Wegen der Berliner Mauer tagt die Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg erstmals getrennt in Ost- und Westberlin.
21. März Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard appelliert an Gewerkschaften, Verbraucher und Arbeitnehmer zum Maßhalten. Die Bundesrepublik wächst in eine Situation der Überbeschäftigung hinein. Die Zahl ausländischer Arbeitnehmer steigt rapide an.
13. April Die "Beatles" treten im Hamburger "Starclub" auf.
01. Juni Adlf Eichmann wir din Israel hingerichtet.
06. Juni Adenauer bietet der Sowjetunion Burgfrieden und eine Stillhaltevereinbarung an.
14. Juni Die Europäische Weltraumforschungsorganisation (ESRO) wird gegründet.
16. Juni Bis 17. Juni: Basierend auf den Forderungen der SED nach der völkerrechtlichen Anerkennung beider deutscher Staaten verabschiedet der "Nationalkongreß der Nationalen Front" eine "Nationales Dokument", das u.a. die Koexistenz beider deutscher Staaten und eine Konföderation vorsieht.
19. Juni Erste Starfighter stürzen ab. Bis zum 26.08.1981 summiert sich ihre Zahl auf 200.

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17. Aug. Der 18jährige Ostberliner Peter Fechter wird bei einem Fluchtversuch an der Mauer angeschossen und verblutet; daraufhin Unruhen in Westberlin.
22. Aug. Die Sowjetunion gibt die Auflösung ihrer Kommandantur in Berlin bekannt, wogegen die Westmächte einen Tag später Protest einlegen. Gleichzeitig betonen sie die Absicht der Aufrechterhaltung ihrer Komandaturen im Rahmen der Viermächteverantwortung.
09. Okt. Regierungserkärung Bundeskanzler Adenauers mit der Forderung nach Selbstbestimmung für das ganze deutsche Volk.
26. Okt. "Spiegel-Affäre": Ausgelöst durch einen kritischen Bericht über ein NATO-Manöver läßt die Bundesanwaltschaft mehrere Mitglieder des Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Soiegel", darunter Rudolf  Augstein und Conrad Ahlers, verhaften. Dieses Vorgehen löst eine Regierungskrise aus.
31. Okt. Entwurf des Gesetzes zur Einführung einer Notstandsverfassung ("Höcherl-Entwurf"). Er scheitert am 24. Juni 1965 in 3. Lesung an der SPD.
19. Nov. Im Verlauf der "Spiegel-Affäre" treten die fünf FDP-Minister zurück. Erneuerung der CDU/CSU-FDP-Koalition im 5. Kabinett Adenauer nach Erfüllung der FDP-Forderung über den Rücktritt von Verteidigungsminister Franz Josef Strauß und die Zusage des vorzeitigen Rücktritts Adenauers für Herbst 1963.
26. Nov. Gespräch zwischen Bundesminister Paul Lücke und Herbert Wehner über eine Koalition zwischen CDU und SPD.
30. Nov. Nachdem fünf FDP-Minister zurückgetreten sind, führt die CDU erstmals Koalitionsverhandlungen mit der SPD. Strauß erklärt, er werde dem neuen Kabinett Adenauer nicht mehr angehören.
14. Dez. Das 5. Kabinett Adenauer, eine Koaltition aus DCU/CSU und FDP, wird vereidigt.
18. Dez. Röhren-Embargo: Auf Empfehlung des NATO-Rates verhängt die Bundesregierung ein Ausführverbot für Pipeline-Rohre an die Sowjetunion.
31. Dez. Die Arbeitslosenquote betrug in der Bundesrepublik im Jahresdurchschnitt 0,7%.

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Quelle: "Deutschland seit 1945" Wolfgang Benz, dtv 1999
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