Deutschland 1966

07. Januar In einer Erklärung unterstützt die Bundesregierung den Krieg der USA in Vietnam.
29. Jan. /30. Januar: Ein Kompromiß über das Problem der Mehrheitsentscheidung (Prinzip der Einstimmigkeit der Beschlüsse) legt in Luxemburg die EWG-Krise bei. Frankreich nimmt wieder an den Ratssitzungen teil.
11. Feb. Das ZK der SED richtet einen offenen Brief an die SPD. In einer Antwort am 19.03. stellt der Vorstand der SPD seine Bedinungen für einen Redneraustausch.
17. Feb. /18. Februar: Nach dem Scheitern der Pläne einer multilateralen NATO-Streitmacht wird unter Beteiligung der Bundesrepublik eine nukleare Planungsgruppe der NATO eingerichtet.
28. Feb. Der Staatsrat der DDR beantragt die Mitgliedschaft der DDR in der UNO.
07. März Frankreich tritt aus dem militärischen Bereich der NATO aus (siehe auch 09.09.1065).
21. März Bsi 23. März: Ludwig Erhard löst auf dem 14. Bundesparteitag der CDU Altbundeskanzler Adenauer im Vorsitz ab.
09. Mai Das erste Atomkraftwerk der DDR bei Rheinsberg nimmt den Betrieb auf.
13. Mai Der Bundeskongreß des DGB lehnt mit 251 gegen 182 Stimmen jede Art von Notstandsgesetzen ab.
26. Mai Kommuniqué von SPD und SED über den sogenannten Redneraustausch zwischen beiden Parteien.
29. Juni Die SED sagt den mit der SPD vereinbarten Redneraustausch ab.
06. Juli Der Warschauer Pakt schlägt europäische Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit vor.
17. Juli Der Deutsche Katholikentag in Bamberg verabschiedet eine vielbeachtete Erklärung zur Aussähnung mit Polen.
19. Juli Das Bundesverfassungsgericht erklärt die bisherige Parteienfinanzierung aus dem Bundeshaushalt für unzulässig. Den Parteien dürfen aber in begrenztem Umfang Wahlkampfkosten erstattet werden.

Zum Seitenanfang

01. Okt. Albert Speer (führender Architekt des Dritten Reiches - von 1942 bis 1945 war er Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion) und Baldur von Schirach (Reichsjugendführer, ab 1940 Reichsstatthalter in Wien) werden nach Verbüßung ihrer Strafen aus dem Kriegsverbrechergefängnis Belrin-Spandau entlassen.
27. Okt. Rücktritt der FDP-Minister des Kabinetts Erhard.
Vorzeitige Beendigung der Bonner Regierunsgkoalition durch Mehrheitsentscheidung der FDP-Fraktion. Neue Verhandlungen mit der CDU/CSU-Fraktion scheitern an Meinungsverschiedenheiten.
30. Okt. Die Kampagne "Notstand der Demokratie", die sich gegen die Verabschiedung der Notstandsgesetze richtet, beginnt.
06. Nov. Die rechtsextreme NPD gewinnt bei Wahlen zum hessischen Landtag 7,9% der Stimmen.
20. Nov. Bei den Landtagswahlen in Bayern erhält die NPD 7,4% der Stimmen.
30. Nov. Bundeskanzler Erhard erklärt seinen Rücktritt.
01. Dez. Der baden-württembergische Ministerpräsident Kurt-Georg Kiesinger (CDU) wird zum neuen Bundeskanzler gewählt und bildet eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD. Vizekanzler und Außenminister wird Willy Brandt (SPD).
02. Dez. Als Nahcfolger von Willy Brandt wird Heinrich Albertz (SPD) neuer Regierender Bürgermeister von Berlin.
14. Dez. Herbert Wehner erklärt als neuer Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, daß eine diplomatische Anerkennung der DDR erst nach deren demokratischer Legimitierung möglich sei.
21. Dez. Deutsch-französische Regierungsvereinbarung über den Status und das Aufenthaltsrecht der französischen Truppen nach deren Ausscheiden aus der NATO.
31. Dez. Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik betrug im Jahrersdurchschnitt 0,7%.

Zum Seitenanfang

Quelle: "Deutschland seit 1945" Wolfgang Benz, dtv 1999
Zum Seitenanfang