| 12. Jan. | Die Volkskammer billigt ein neues Strafgesetzbuch und eine neue Strafprozeßordnung, die am 01. Juli in Kraft tritt. |
| 29. Jan. | /30. Januar: Auf dem ordentlichen Bundesparteitag der FPD in Freiburg im Breisgau wird Walter Scheel zum Parteivorsitzenden gewählt und damit Nachfolger von Erich Mende. |
| 31. Jan. | Wiederaufnahme diplomatisher Beziehungen zu Jugoslawien. |
| 09. Feb. | Der Bundestag debattiert über Unruhe in der Jugend der Bundesrepublik. |
| 18. Feb. | Studentenproteste in West-Berlin gegen die Vereinigten Staaten in Verbindung mit dem Vietnamkrieg. Auch der Berliner Politker Henry Ristock nimmt an einem Protestmarsch gegen den Vietnamkrieg teil. |
| 01. März | Bundespräsident Lübke (CDU) weist Vorwürfe wegen Beteiligung am Bau von Konzentrationslagern zurück. |
| 23. März | Treffen führender Politiker der UdSSR, der CSSR, Ungarns, Polens Bulgariens und der DDR in Dresden; Diskussion über die innenpolitische Entwicklung in der Tschechoslowakei. |
| 26. März | Die Volkskammer billigt die neue Verfassung der DDR und beschließt einen Volksentscheid darüber für den 06. April (94% stimmen für die Verfassung). |
| 02. April | In der Nacht vom 02. April werden auf zwei Kaufhäuser in Frankfurt Brandanschläge verübt. Andreas Baader, Thorwald Proll, Horst Söhnlein und Gudrun Ensslin werden wegen Verdachts auf Brandstiftung festgenommen. Die Brandanschläge markieren die Trennung zwischen Außerparlamentarischer Opposition (APO) und dem Terrorismus. |
| 08. April | Die neue Verfassung der DDR tritt in Kraft. |
| 09. April | Gewaltverzichtserklärung der Bundesregierung an die Adresse der Sowjetregierung. |
| 11. April | Der Vorstizende des SDS, Rudi Dutschke, wird bei einem Mordanschlag schwer verletzt. Das Attentat führt in vielen Teilen der Bundesrepublik zu Demonstratioen und teilweise blutigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. |
| 11. April | Bis 17. April: Studentische Osterunruhen nach dem Dutschke-Attentat. Höhenpunkt der Kampagne: "Enteignet Springer". |
| 13. April | Rundfunk- und Fernsehansprache von Bundeskanzler Kiesinger aus Anlaß des Attentats auf Rudi Dutschke und der darauf folgenden Osterunruhen. |
| 14. April | Bundesjustizminister Gustav Heinemann hält aus Anlaß des Dutschke-Attentats und der Osterunruhen eine selbstkritische Rundfunk- und Fernsehansprache. |
| 30. April | Sondersitzung des Deutschen Bunestages wegen der Osterunruhen. |
| 11. Mai | Gegner der Notstandsgesetzgebung unternehmen einen Sternmarsch nach Bonn mit rund 30000 Teilnehmern aus dem ganzen Bundesgebiet. |
| 13. Mai | Höhepunkt der studentischen Mai-Unruhen in Paris. |
| 27. Mai | In Erklärungen der drei Westmächte wird die Ablösung der allierten Vorbehalte zugesichert für den Fall, daß eine deutsche Notstandsverfassung zustande kommt. |
| 30. Mai | Der Bundestag verbaschiedet die Notstandsverfassung (Vorsorgegesetze für den Fall eines Krieges und von Katastrophen und Gefahren für die Verfassungsordnung im Inneren), die als 17. Gesetz zur Ergänzung des Grundgesetzes am 28. Juni in Kraft tritt. |
| 31. Mai | Hans-Jürgen Wischnewski übernimmt die neugeschaffene Position des SPD-Bundesgeschäftsführers. |
| Mai/Juni | Der Bundesvorstand des DGB protestiert mehrfach gegen die Annahme der Notstandsgesetze. |
| 10. Juni | /11Juni: Die DDR führt Paß- und Visazwang zwichen Berlin-West und der Bundesrepublik im Transitverkehr ein. |
| 19. Juni | Durch das Gesetz zur Wahrung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung der obersten Gerichtshöfe des Bundes und eine ausgleichende Änderung des Grundgesetzes wird anstelle eines Obersten Bundesgerichts der Gemeinsame Senat der Bundesgerichte eingeführt. |
| 01. Juli | Unterzeichnung des
Atomwaffensperrvertrages in Moskau, Washington und London. Die
Bundesrepublik ratifiziert diesen Vertrag über die
Nichtverbreitung von Kernwaffen am 28..1.1060. Der Gemeinsame Zolltarif der EWG tritt in Kraft. |
| 20. Aug. | /21. August: Beendigung des sogenannten Prager Frühlings durch Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei. |
| 08.Sept. | Im KZ Dachau wird ein Mahnmal eingweiht. Das am 20.03.1033 als erstes offizielles KZ von der SS eingerichtete Lager war von 1933 - 1945 für 200000 Häftlinge aus ganz Europa Zwangsaufenthalt. Mindesens 34000 von ihnen sind in den Jahren zwischen 1940 und 1945 umgekommen. |
| 22. Sept. | Gründung der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) als Nachfolgeorganisation der verbotenen KPD. |
| 12. Okt. | Bis 27. Oktober: Erstmals Teilnahme zweier deutscher Mannschaften bei den Olympischen Spielen in Mexiko. |
| 12. Okt. | Anwerbevereinbarung für Gastarbeiter mit Jugoslawien. |
| 28. Okt. | Willy Brandt erklärt die Bereitschaft, von der Existenz der DDR als eines zweiten deutschen Staates auszugehen und der Regierung der DDR auf der Basis der Gleichberechtigung zu begegnen. |
| 04. Nov. | In Berlin-West kommt es bei einer Demonstration zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Studenten und der Polizei. Auslöser ist das Berufsverbot für den APO-Anwalt Horst Mahler, das bis 1988 in Kraft bleibt. |
| 08. Nov. | Die Arbeitnehmer in der Europäischen Gemeinschaft erhalten Freizügigkeit. |
| 12. Nov. | Breschnew rechfertigt den Einmarsch in die CSSR mit der sogenannten Breschnew-Doktrin, die die beschränkte Souveränität der sozialistischen Staaten im Falle einer Bedrohung für das sozialistische Weltsystem besagt. |
| 20. Nov. | Bis 22 November: Die Notenbankpräsidenten und Fachminister von Belgien, der Bundesrepubli, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Niederlande, Schweden und den USA erörtern in Berlin die durch Gerüchte über eine Aufwertung der D-Mark ausgelöste internationale Währungskrise. |
| 27. Nov. | Gründung der Ruhrkohle AG |
| 13. Dez. | /14 Dezember: Auf dem CSU-Parteitag wird ein neues Grundsatzprogramm verabschiedet. |
| 31. Dez. | Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik betrug im Jahresdurchschnitt 1,5%. |