Deutschland 1971

01. Jan. Die 3. Volkszählung der DDR nach 1945 ergibt eine Einwohnerzahl von 17.053.699
03. Jan. Der Vatikan lehnt es ab, den Bann gegen Martin Luther aufzuheben.
23. Jan. Die ersten Umsiedler aus Polen treffen in der Bundesrepublik ein.
02. März Arbeitserlaubnis für ausländische Arbeitnehmer.
18. März Gesetz zur Vereinheitlichung und Neuregelung des Besoldungsrechts in Bund und Ländern tritt in Kraft.
03. Mai Walter Ulbricht tritt vom Amt des Ersten Sekretärs des ZK der SED zurück. Erich Honecker wird sein Nachfolger.
13. Mai Finanzminister Alex Möller tritt wegen der Haushaltslage zurück. Der bisherige Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller wird Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen.
Als erste westdeutsche Firma eröffnen die Farbwerke Hoechst eine ständige Vertretung in Moskau.
24. Juni Die Volkskammer wählt Erich Honecker zum Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrats und setzt die Wahlen zu Volkskammer und Bezirkstagen für den 14.11.1971 fest.
05. Aug. Gesetz zur Verminderung von Luftverunreinigungen in Otto-Kraftstoffen (Benzinbleigesetz).
26. Aug. Für alle Zweige schulischer Ausbildung einschließlich der Hochschulen gilt das Bundesausbildingsförderungsgesetz (BAföG), das staatliche Beihilfen gewährt. Es soll die Chancengleichheit im Bildungswesen vergrößern.
30. Sept. Das Post- und Fernmeldeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR wird abgeschlossen. Wichtigster Punkt: Verbesserungen im Fernsprechverkehr.
04. Okt. /05. Oktober: Rainer Barzel wird neuer CDU-Vorsitzender. Sein Stellvertreter Helmut Kohl.
20. Okt. Bundeskanzler Willy Brandt wird in Oslo aufgrund seiner Ostpolitik der Friedensnobelpreis 1971 zuerkannt.

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11. Nov. Als erste sowjetische Bank in der Bundesrepublik wird die Ost-West-Handelsbank AG in Frankfurt/Main eröffnet.
22. Nov. Streikbeginn der IG Metall in Nord-Württemberg/Nord-Baden; die Arbeitgeber antworten mit Aussperrung. Der Arbeitskampf wird am 10.12. beendet.
23. Nov. Grundsatzentscheidung des Hamburger Senats über die Unzulässigkeit der Ernennung von Rechts- und Linksradikalen zu Beamten auf Lebenszeit.
26. Nov. Konstituierende Sitzung der Volkskammer nach den Wahlen am 14.11. Wiederwahl Ulbrichts zum Vorsitzenden des Staatsrats, Stophs zum Vorsitzenden des Ministerrats und Honeckers zum Vorsitzenden des Verteidigungsrats.
29. Nov. Rainer Barzel wird von einer Kommission der CDU/CSU zum Kanzlerkandidaten gewählt.
03. Dez. Die Kultusministerkonferenz beschließt die Integration ausländischer Kinder in das Schulsystem der Bundesrepublik.
10. Dez. Bundeskanzler Willy Brandt wird in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen.
16. Dez. Der entführte Kaufmann Theo Albrecht wird gegen ein Lösegeld von sieben Millionen DM dem als Vermittler eingesetzten Ruhr-Bischof Franz Hengsbach übergeben.
17. Dez. Der Staatssekretär im Bundeskanzleramt Bahr und der Staatssekretär beim Ministerrat der DDR Kohl unterzeichnen in Bonn das von ihnen ausgehandelte Abkommen über den Transitverkehr zwischen der Bundesrepublik und Berlin-West.
19. Dez. 11. und 12. Strafrechtsänderungsgesetz (Geiselnahme unf Luftpiraterie) treten in Kraft.
20. Dez. Volkskammer beschließt Fünfjahresplan 1971 - 1975. Vereinbarungen des DDR-Ministerrats und des Senats von Belrin-West über Reise- und Besucherverkehr.
31. Dez. Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik betrug im Jahresdurchschnitt 0,8%.

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Quelle: "Deutschland seit 1945" Wolfgang Benz, dtv 1999
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