| 06. Jan. | In einer Rede vor NVA-Soldaten bezeichnet Honecker die Bundesrepublik als "imperialistisches Ausland". |
| 04. Feb. | Appell Bundeskanzler Brandts im Fernsehen, dem Terrorismus Einhalt zu gebieten. |
| 23. Feb. | Bis 25. Februar: Beginn der Bundestagsdebatte über die Ostverträge. |
| 29. Feb. | Vertriebenenpoltiker Herbert Hupka (SPD) tritt am 03. März in die CDU/CSU-Fraktion über. |
| 10. März | Oppositionsführer Rainer Barzel erwägt vor der Presse in Bonn die Möglichkeit eines konstruktiven Mißtrauensvotums. |
| 23. April | Die sozialliberale Koalition verrliert mit dem Austritt von Wilhelm Helms aus der FDP die absolute Mehrheit im Bundestag. |
| 27. April | Das erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik angestrebte konstruktive Mißtrauensvotum der CDU/CSU gegen Bundeskanzler Brandt scheitert. Rainer Barzel sollte Bundeskanzler werden. |
| 11. Mai | Anschlag auf das Hauptquartier der V. amerikanischen Armee in Frankfurt/Main. Das "Kommando Petra Schelm" übernimmt die Verantwortung. |
| 15. Mai | Anschlag auf Bundesrichter Wolfgang Buddenberg; seine Frau wird schwer verletzt. Bundesvorstand der CDU gibt die Abstimmung über die Ostverträge frei. Die Abgeordneten sollen nach ihrem Gewissen entscheiden. |
| 16. Mai | Heftige, die Abstimmung betreffende Auseinandersetzungen in der CDU/CSU-Fraktion. |
| 17. Mai | CDU/CSU-Fraktion entscheidet am Vormittag für Enthaltung bei der Abstimmung über die Ostverträge. Der Budestag beschließt die Ratifizierung der Verträge (der Moskauer Vertrag wird mit 248 gegen 10 Stimmen bei 238 Enthaltungen, der Warschauer Vertrag mit 248 gegen 17 Stimmen bei 231 Enthaltungen ratifiziert). Eine gemeinsame Erklärung zu den Ostverträgen wird mit 491 Stimmen bei 5 Enthaltungen gebilligt. |
| 19. Mai | Bombenanschlag auf das Springer-Hochhaus in Hamburg. 17 Personen werden verletzt. Willy Brandt und Walter Scheel erklären gegenüber den Bundestagsfraktionen die Bereitschaft zu Neuwahlen. |
| 24. Mai | Auf das europäische Hauptquartier der US-Armee in Heidelberg werden Anschläge verübt, wobei drei Soldaten ums Leben kommen. Ein Kommando der RAF übernimmt die Verantwortung. |
| 26. Mai | Die Staatssekretäre Bahr und Kohl unterzeichnen in Ostberlin den Verkehrsvertrag. Der SALT-Vertrag zwischen den USA und der SOwjetunion wird unterzeichnet. |
| 01. Juni | Die RAF-Terroristen Andeas Baader, Holger Meins und Jan-Carl-Raspe werden in Frankfurt verhaftet. |
| 06. Juni | Beim Besuch Ostberlins erhalten Bundesbürger Visa anstelle der bisherigen Tagesaufenthaltsgenehmigungen. |
| 15. Juni | Erste Gespräche über einen deutsch-deutschen Grundlagenvertrag beginnen in Ostberlin. |
| 25. Juni | Bis 30. Juni: Verabschiedung eines dritten Aktionsprogramms des DGB mit Forderungen nach vorausschauender Arbeitsmarktpolitik auf der Grundlage von volkswirtschaflticher Rahmenplanung, Reform des Dienstrechts mit dem Ziel, Beamten das Streikrecht zu verschaffen und die Arbeitsbedingungen aller Beschäftigten einander anzunähern, Forderung nach Humanisierung der Arbeitsbedinungen und nach Verbesserungen des Umwelzschutzes. |
| 07. Juli | Rücktritt Karl Schillers als Wirtschafts- und Finanzminister. Nachfolger wird der bisherige Verteidigungsminister Helmut Schmid. Georg Leber wird neuer Verteidigungsminister. |
| 28. Juli | Ein Gestz zur Änderung des Grundgesetzes ermöglicht den Einsatz von Polizeikräften des Bundes und der Länder im Zuge der Amtshilfe. |
| 26. Aug. | Bis 11. September: Die XX. Olympischen Sommerspiele finden in München und Kiel statt. |
| 05. Sept. | /06. September: Mitglieder der Organisation "Schwarzer September" verüben im Olympischen Dorf in München ein Attentat auf die israelische Olympiamannschaft, bei dem elf Israelis, ein Poliizist und fünf Terroristen getötet werden. |
| 13. Sept. | /14. September: Die Bundesrepublik nimmt diplomatische Beziehungen zu Polen auf. |
| 22. Sept. | Abstimmung über die von Bundeskanzler Brandt gestellte Vertrauensfrage. Das Kabinett enthält sich der Stimme, so daß 233 Abgeordnete für, 248 gegen Brandt stimmen. Damit wird der Weg für Neuwahlen frei. Bundespräsident Heinemann löst noch am gleichen Tag den Bundestag auf. |
| 16. Okt. | Durch das Rentenreformgesetz wird die gesetzlliche Rentversicherung der BRD auch für Hausfrauen geöffnet. DDR-Bürgern, die vor dem 01. Januar 1972 die DDR verließen, wird die DDR-Staatsbürgerschaft aberkannt. Sie werden strafrechtlich ("Republikflucht") nicht mehr verfolgt. Die Volkskammer überträgt wieder mehr Macht vom Staatsrat auf den Ministerrat der DDR. |
| 19. Nov. | Vorgezogene Bundestagswahlen (Wahlalter erstmals 18 Jahre). Die SPD erhält 45,8% der Stimmen, die CDU/CSU 44,9% und die FDP 8,4%. |
| 22. Nov. | Alle Staaten Europas (mit Ausnahme Albaniens) sowie die USA und Kanada beginnen in Helsinki Vorgespräche für eine "Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" )KSZE). |
| Dezember | Die DDR nimmt zu 20 weiteren Staaten diplomatische Beziehungen auf, darunter Österreich, Schweiz, Schweden und Belgien. |
| 10. Dez. | Heinrich Böll erhält in Stockholm den Literaturnobelpreis. |
| 13. Dez. | Konstituierung des neuen Bundestages. Mit Annemarie Renger (SPD) wird erstmals eine Frau Bundestagspräsidentin. |
| 14. Dez. | Willy Brandt wird erneut Bundeskanzler. |
| 15. Dez. | Fortsetzung der sozialliberalen Koalition durch das zweite Kabinett Brandt/Scheel. |
| 21. Dez. | Die Staatssekretäre Egon Bahr (BRD) und Michael Kohl (DDR) unterzeichnen den "Grundlagenvertrag" zwischen der BRD und der DDR: Anerkennung der Vier-Mächte-Verantwortung, Unverletzlichkeit der Grenzen, Beschränkung der Hoheitsgewalt auf das jeweilige Staatsgebiet, Austausch "ständiger Vertreter" , Beibehaltung des innerdeutschen Handels, Antrag beider Staaten auf UNO-Mitgliedschaft. |
| 31. Dez. | Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik betrug im Jahresdurchschnitt 1,1%. |