Deutschland 1973

01. Jan. Durch den Beitritt Dänemarks, Großbritannien und Irlands wird die EG zur "Gemeinschaft der Neun".
05. Jan. Bis 09. Februar: Weitere 15 Staaten (darunter auch Frankreich und Großbritannien) nehmen diplomatische Beziehungen zur DDR auf.
01. März Der Ministerrat erläßt eine Verordnung über die Tätigkeit von Korrespondenten in der DDR. In der Folge werden Korrespondenten von ARD und ZDF sowie von Zeitungen und Zeitschriften aus der Bundesrepublik akkreditiert.
April Beginn der Bauarbeiten für das Atomkraftwerk "Schneller Brüter" in Kalkar/Niederrhein.
11. Mai Nach kontroversen Debatten im Bundestag wird der Grundlagenvertrag mit der DDR verabschiedet. Er tritt am 21. Juni in Kraft.
01. Juni Der frühere CDU-Abgeordnete Steiner erklärt, beim Mißtrauensvotum 1972 gegen Rainer Barzel und für Willy Brandt gestimmt zu haben. Daraufhin wird ein Untersuchungsausschuß eingesetzt, der klären soll, ob Korruption im Spiel war.
Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) erhöht die Rohölpreise um 11,9%.
12. Juni Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Helmut Kohl, wird neuer CDU-Vorsitzender als Nachfolger des zurückgetrenen Rainer Barzel. Kurt Biedenkopf übernimmt das Amt des Generalsekretärs.
15. Juni Verabschiedung eines Bildungsplanes durch die Bund-Länder-Kommission.
30. Juni Übergabe des wiederaufgebauten Reichstagsgebäudes in Berlin an den Deutschen Bundestag.
01. Juli Der zivile Ersatzdienst wird gestzlich dem Wehrdienst gleichgestellt.
In Bayern wird durch einen Volksentscheid die öffentlich-rechtliche Struktur des Rundfunks verfassungsmäßig gesichert.
03. Juli Bis 08. Juli: Eröffnungssitzung der KSZE in Helsinki auf der Ebene der Außenminister.
31. Juli Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entscheidet, daß der Grundlagenvertrag mit der DDR mit dem Grundgesetz vereinbar ist.
01. Aug. Walter Ulbricht stirbt.
30. Aug. Durch spontane Arbeitsniederlegung von über 50000 Metallarbeitern werden Teuerungszulagen durchgesetzt.

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01. Sept. Erhöhung der Anwerbepauschale für Gastarbeiter von 300 bzw. 500 DM auf 1000 DM.
18. Sept. Die Bundesrepublik und die DDR werden in die Vereinten Nationen aufgenommen.
Beginn der zweiten KSZE-Phase in Genf.
26. Sept. Verabschiedung eines Energieprogramms, um die Abhängigkeit der Bundesrepublik vom Erdöl zu mindern.
03. Okt. Die Volkskammer wählt Willi Stoph zum Vorsitzenden des Staatsrats und Horst Sindermann zum Vorsitzenden des Ministerrats.
17. Okt. Erste Anzeichen einer weltweiten Ölkrise: Die Erdöl exportierenden arabischen Staaten erhöhen die Rohölpreise um 17%, um auf die israelfreundliche Politik der westlichen Staaten Druck auszuüben (am 06.10. hatte mit einem Angriff ägyptischer und syrischer Streitkräfte gegen Israel der "Jom-Kippur-Krieg" begonnen).
05. Nov. Die DDR verdoppelt den Mindestumtauschatz für Besucher von Ostberlin auf 10 DM, der übrigen DDR auf 20 DM täglich.
Die arabischen Erölausfuhrländer beschließen, ihre Ölförderungen um 25% einzuschränken, bis die von Israel 1967 besetzten Gebiete wieder befreit und die Rechte des palästinensischen Volkes wiederhergestellt sind.
14. Nov. Gustav Heinemann gibt bekannt, daß er aus Altersgründen auf eine Kandidatur für eine zweite Amtsperiode als Bundespräsident verzichtet.
23. Nov. Anwerbestopp für ausländische Arbeiter.
25. Nov. Im Zuge des neuen Energiesicherungsgesetzes (vom 09.11.1973) tritt eine Verordnung über Fahrverbote an Sonntagen und über Geschwindigkeitsbegrenzungen in Kraft.
14. Dez. Die FPD nominiert Walter Scheel als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten.
31. Dez. Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik betrug im Jahresdurchschnitt 1,2%.

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Quelle: "Deutschland seit 1945" Wolfgang Benz, dtv 1999
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