Deutschland 1978

01. Jan. Bundesdatenschutzgesetz tritt in Kraft.
10. Jan. Das Büro des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" in Ostberlin wird durch die DDR-Behörden geschlossen; begründet wird diese Maßnahme mit dem Vorwurf fortgesetzter böswilliger Verleumdung der DDR.
19. Jan. Der letzte in Deutschland gefertigte VW-Käfer läuft in Emden vom Band.
02. Feb. Rücktritt von Verteidigungsminister Leber (SPD). Damit übernimmt Leber politische Verantwortung für Abhöraktionen des Militärischen Abschirmdienstes (MAD). Neuer Verteidigungsminister wird Hans Apel.
16. Feb. Der Bundestag verabschiedet mit nur einer Stimme Mehrheit das zweite Antiterrorgesetz.
01. März Der Dollar sinkt erstmals unter die Grenze von 2 DM ab. Der Mittelkurs beträgt 1,992 DM.
09. März Die drei bundesdeutschen Nachrichtendienste MAD, BND und Bundesamt für Verfassungsschutz werden durch Gesetz der parlamentarischen Kontrolle unterworfen.
21. März Ende der mehrwöchigen Arbeitskämpfe im Druckgewerbe; Tarifvertrag regelt den Einsatz elektronischer Textverarbeitungssysteme.
10. April Im VW-Werk in New Stanton/Pennsylvania läuft der erste in den USA gebaute "Golf", der dort "Rabbit" heißt, vom Band.
13. April Das Bundesverfassungsgericht erklärt das 1977 vom Bundestag beschlossene Wehrpflichtänderungsgesetz, mit dem die Gewissensprüfung von Kriegsdienstverweigerern abgeschafft wurde, für verfassungswidrig.
05. Mai Der baden-württembergische Ministerpräsident Hans Filbinger weist die Vorwürfe zurück, die gegen ihn wegen seiner Tätigkeit als Jurist in der NS-Zeit erhoben wurden.
11. Mai Die deutschen Terroristen Brigitte Mohnhaupt, Rolf Clemens Wagner, Peter Boock und Sieglinde Hofmann werden in Jugoslawien verhaftet.
06. Juni Rücktritt von Bundesinnenminister Werner Maihofer (FDP). Maihofer übernimmt damit die politische Verantwortung für eine schwere Fahndnungspanne im Entführungsfall Schleyer. Nachfolger wird Gerhart Baum (FDP).
08. Juni Gegen die Stimmen der Union verabschiedet der Bundestag das 21. Rentenanpassungsgesetz. Um ein Miiliardendefizit in der Rentenversicherung zu vermeiden, sieht es eine befristete Abkehr von der bruttobezogenen Rentendynamik vor.
12. Juni Der neue Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Otto Esser, macht seinen Antrittsbesuch beim DGB-Vorsitzenden Heinz Oskar Vetter.

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06. Juli Gipfelkonferenz der Staats- und Regierungschefs der EG-Länder: Einigung auf die Grundzüge eines europäischen Währungssystems, unter anderem zur Stabilisierung des Dollars.
11. Juli Der Umweltexperte Herbert Gruhl tritt aus der CDU/CSU-Fraktion aus. Am 13.07. gründet er die Umweltpartei "Grüne Aktion Zukunft".
07. Aug. Der baden-württembergische Ministerpräsident Hans Filbinger tritt auf Drängen seiner Parteifreunde wegen seiner NS-Vergangenheit zurück. Nachfolger wird Lothar Späth (CDU).
24. Aug. /25. August: Beratung des ZK der SED mit leitenden Wirtschaftsfunktionären über die Entwicklung der vorhandenen und die Schaffung neuer Kombinate, zur Überwindung der Stagnation in der Wirtschaft und im Lebensstandard der Bürger.
26. Aug. Bis 03. September: Als erster Deutscher nimmt der DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn an einem Weltraumflug teil.
01. Sept. Einführung des Wehrunterrichts in den Klassen 9 und 10 in der DDR.
06. Sept. Der als Terrorist gesuchte Willy Peter Stoll wird von Polizisten in Düsseldorf erschossen.
15. Sept. Das seit 1974 gesuchte mutmaßliche Gründungsmitglied der "Rote Armee Fraktion", Astrid Proll wird in London festgenommen.
23. Okt. Bis 25. Oktober: Auf dem Parteitag in Ludwigshafen verabschiedet die CDU das erste Grundsatzprogramm in ihrer Geschichte.
06. Nov. Franz Josef Strauß wird als Nachfolger von Alfons Goppel (CSU) bayerischer Ministerpräsident.
26. Nov. Bei Arbeitskämpfen in der nordrhein-westfälischen Stahlindustrie mißlingt der IG-Metall der "Einstieg in die 35-Stunden-Woche".
04. Dez. / 05. Dezember: Die Staats- und Regierungschefs der EG beschließen das Europäische Währungssystem.
14. Dez. Mit knapper Mehrheit beschließt der Bundestag den Weiterbau des "Schnellen Brüters" in Kalkar.
17. Dez. Die OPEC erhöht den Erdölpreis für 1979 um durchschnittlich 10% und bewirkt damit den zweiten Ölschock.
31. Dez. Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik betrug im Jahresdurchschnitt 4,3%.

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Quelle: "Deutschland seit 1945" Wolfgang Benz, dtv 1999

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