Deutschland 1979

13. Jan. Sondierungsgespräche zwischen Hans-Jürgen Wischnewski und Außenminister Oskar Fischer in Ostberlin über die Zusammenarbeit beider deutscher Staaten auf dem Energiesektor und dem Gebiet des Gewässerschutzes.
17. Jan. Verabschiedung eines neuen Verfahrens zur Überprüfung der Verfassungstreue im öffentlichen Dienst. Die Regelanfrage wird ersetzt durch die Prüfung des Einzelfalles.
Im Ruhrgebiet wird erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik ein großflächiger Smogalarm ausgelöst.
19. Jan. Aufgrund der Hinweise des in den Westen übergelaufenen DDR-Geheimdienstleutnants Werner Stiller werden in der Bundesrepublik fünf mutmaßliche DDR-Spione festgenommen. Bis zum Monatsende gelingt es der Spionageabwehr, ingesamt 14 Ostspinie zu enttarnen.
16. Feb. Das Landgericht Stutgart verurteilt den ehemaligen RAF-Anwalt Klaus Croissant wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstarfe und einem vierjährigen Berufsverbot.
13. März Das Europäische Währungssystem (EWS) tritt in Kraft.
17. März /18. März: Gründung der politischen Vereinigung "Die Grünen" in Frankfurt.
21. März Bonn lockert Ausländerpolitik. Kinder und Ehegatten von Gastarbeitern aus Nicht-EG-Ländern sollen nach bestimmten Wartefristen in der Bundesrepublik Arbeitserlaubnis erhatlen.
31. März Bei der bislang größten Demonstration von Kernkraftgegnern prostestieren in Hannover mindestens 40000 Teilnehmer gegen die geplante Atommülldeponie Gorleben.
11. April Verschärfung der Arbeitsbedingungen für westliche Korrespondenten in der DDR, unter anderem werden alle geplanten Interviews genehmigungspflichtig. Am 14.05. wird der ZDF-KOrrespondent Peter van Loyen aus der DDR ausgewiesen.
19. April Nach 328 Verhandlungstagen spricht die 17. Schwurgerichtskammer des Landgerichts Düsseldorf vier wegen Mordbeihilfe im Konzentrationslager Maidanek angeklagte Personen frei.
26. April Der Bundesgerichtshof verschärft durch ein Grundsatzurteil die bisherige Rechtssprechung bei Verwendung nationalsozialistischer Embleme: Wer künftig Kinderspielzeug oder Modellfleugzeuge mit NS-Sybolen verkauft, macht sich strafbar.
29. April Hans Filbinger tritt von seinem Amt als Landesvorsitzender der baden-württembergischen CDU zurück.

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04. Mai Die mutmaßliche Terroristin Elisabeth von Dyck wird in Nürnberg erschossen.
16. Mai Der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht will in Gorleben nur ein Zwischenlager für verbrauchte Brennelemente zulassen. Die Wiederaufarbeitungsanlage lehnt er als politisch nicht durchsetzbar ab.
23. Mai Karl Carstens (`CDU) wird zum Bundespräsidenten gewählt.
31. Mai Der Bundestag wählt Richard Stücklen (CSU) zum Bundestagspräsidenten.
25. Juni Gesetz zur Einführung von Mutterschaftsurlaub und Mutterschaftsgeld für berufstätige Mütter in der BRD.
02. Juli Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion entscheidet sich für den bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß als Kanzlerkandidaten der Union bei den Bundestagswahlen 1980.
03. Juli Der Bundestag hebt mit 255 gegen 222 Stimmen die Verjährungsfrist für Mord auf. so daß auch neuentdeckte NS-Verbechen verfolgt werden können.
10. Juli Bei dem durch Bundesinnenminister Baum vorgelegten Verfassungsschutzbericht werden erstmals auch terroristische Aktivitäten von Rechtsextremisten registriert.
23. Aug. Erstmals seit zehn Jahren wenden sich die evangelischen Kirchen der Bundesrepublik und der DDR mit einem "Wort zum Frieden" in einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit. Anlaß ist der Ausbruch des Zweiten Weltkriege vor 40 Jahren.
13. Sept. Das Oberlandesgericht Celle verurteilt im ersten großen Prozeß gegen Rechtsextremisten sechs junge Neonazis zu Freiheitsstrafen zwischen vier und elf Jahren.
16. Sept. Zwei Familien gelingt in einem selbstgebauten Heißluftballon die Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik.
03. Okt. Die Hamburger Bürgerschaft beschließt die Einführung der Gesamtschule als Regelschule,
06. Okt. /07. Oktober: Erste Direktwahl zum Europäischen Parlament.
07. Okt. "Die Grünen" erringen in den Bürgerschaftswahöen in Bremen erstmals Mandate in einem Landesparlament (6,8% Zweitstimmen).
11. Okt. Die DDR läßt bei der Amnestie zum 30jährigen Bestehen den Regimekritiker Rudolf Bahro und den Ostberliner Wehrdienstverweigerer Nico Hübner frei.

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12. Dez. Doppelbeschluß der NATO zur Stationierung von Mittelstreckenraketen, die aber Gegenstand von Rüstungskontrollverhandlungen werden sollen.
13. Dez. ZK der SED wendet sich gegen den NATO-Doppelbeschluß, Honecker bekräftigt jedoch gleichzeitig seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit im Rahmen der friedlichen Koexistenz.
15. Dez. Dem Tübinger Theologieprofessor Hans Küng wird vom Vatikan die Lehrbefugnis entzogen.
21. Dez. Die DDR-Volkskammer beschließt eine Erhöhung des Verteidigungshaushalts für 1980 um 8,4% auf 9,4 Milliarden DM.
24. Dez. Der ehemalige Studentenführer Rudi Dutschke stirbt in Aarhus, Dänemark, an den Spätfolgen des Attentats von 1968.
31. Dez. Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik betrug im Jahresdurchschnitt 3,8%.
Quelle: "Deutschland seit 1945" Wolfgang Benz, dtv 1999
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