Deutschland 1981

01. Jan. Griechenland wird 10. Mitglied der EG.
Die Einführung von Beratungs- und Prozeßkostenbeihilfe soll den Zugang zu den Gerichten erleichtern.
Die Bundeswehr leistet im süditalienschen Erdbebengebiet Kampanien und Lukanien Katastrophenhilfe.
23. Jan. Das Berliner Abgeordnetenhaus wählt Hans-Jochen Vogel in Nachfolge von Dietrich Stobbe zum neuen Regierenden Bürgermeister und bestätigt einen neuen SPD/FDP-Senat.
02. Feb. Der SPD-Landesparteitag in Hamburg lehnt den Weiterbau des Kernkraftwerks Brokdorf ab.
09. Feb. Der neue Ständige Vertreter der Bundesrepublik in der DDR ist Klaus Bölling.
11. März Bis 16. März: Der X. Parteitag der SED mit der Wiederwahl Erich Honeckers als Generalsekretär steht im Zeichen der Kontinuität.
11. Mai Heinz Herbert Karry (FDP), hessischer Wirtschaftsminister, wird von Terroristen erschossen.
16. Mai /17. Mai: Helmut Schmidt verknüpft sein politisches Schicksal mit der Zustimmung der SPD zum NATO-Doppelbeschluß vom Dezember 1979 zur Nachrüstung mit Raketen vom Typ Pershing II und Cruise Missiles.
29. Mai - 31. Mai: Hans-Dietrich Genscher droht mit seinem Rücktritt für den Fall, daß sich die FPD gegen den NATO-Doppelbeschluß ausspricht.
11. Juni Richard von Weizsäcker (CDU) wird als Nachfolger von Hans-Jochen Vogel (SPD) Regierender Bürgermeister von Westberlin.
16. Juli Die Gesamtschule wird auch in Nordrhein-Westfalen zur Regelschule erklärt.
09. Aug. Der Beschluß des amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan zur Produktion der Neutronenwaffe stößt in der SPD und bei Teilen der FDP auf Kritik, bei den Unionsparteien auf Zustimmung.
13. Aug. Anläßlich des 20. Jahrestages des Mauerbaus ("antifaschistischer Schutzwall") kritisiert Honecker Reagans Entscheidung für den Bau der Neutronenbombe.
20. Aug. Der "Wende-Brief" des FDP-Vorsitzenden Genscher.
26. Aug. In Dänemark stürzt der 200. Starfighter der Bundeswehr ab.
31. Aug. Auf das Hauptquartier der US-Luftstreitkräfte in Ramstein wird ein Sprengstoffanschlag verübt, bei dem zwei Deutsche und achtzehn Amerikaner verletzt werden.
Antwortschreiben Honeckers an Helmut Schmidt(24.07.): Übereinkunft, daß trotz international schwieriger Situation der konstruktive Dialog zwischen beiden deutschen Staaten notwendig sei.

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15. Sept. Attentat auf den Oberbefehlshaber der amerikanischen Landstreitkräfte in Europa, General Kroesen. in Heidelberg durch das Kommando "Gudrun Ensslin".
22. Sept. Klaus-Jürgen Rattay wird bei einer Hausbesetzer-Demonstration in Berlin getötet. Es kommt zu schweren Ausschreitungen und massivem Polizeieinsatz.
10. Okt. Massendemonstration der "Friedensbewegung" mit 300.000 Teilnehmern in Bonn gegen den NATO-Doppelbeschluß.
13. Okt. Zusammenstöße zwischen Rüstungsgegnern und der Polizei aus Anlaß des Besuches des amerikanischen Außenministers Alexander Haig in Belrin.
15. Nov. Schwere Ausschreitungen von Gegnern der Startbahn West mit der Polizei auf dem Frankfurter Fughafengelände.
20. Nov. Neuer Erdgasliefervertrag zwischen der Ruhrgas AG und der sowjetischen Sojusgas-Export in Essen unterzeichnet.
30. Nov. Alfred Mechtersheimer, als Friedensforscher und Nachrüstungskritiker prominentes CSU-Mitglied, wird wegen "parteischädigem Verhalten" aus der CSU ausgeschlossen.
11. Dez. Bis 13. Dezember: Besuch von Bundeskanzler Schmidt in der DDR. Die Gespräche mit Staats- und Parteichef Honecker finden am Werbellinsee und am Döllnsee statt. Während des Besuches wird in Polen das Kriegsrecht verhängt.
31. Dez. Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik betrug im Jahresdurchschnitt 5,5%.

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Quelle: "Deutschland seit 1945" Wolfgang Benz, dtv 1999

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