| 24. Jan. | In einem Grundsatzurteil
entscheidet der Bundesgerichtshof, daß für den Gesamtschaden
einer Demonstration einzelne Teilnehmer nicht haftbar gemacht werden
können. DDR-Bürger, die in die Ständige Vertretung des Bundesrepublik geflüchtet waren, dürfen ausreisen. |
| 01. Feb. | In Stuttgart-Stammheim beginnt der Prozeß gegen die RAF-Terroristen Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt. |
| 09. Feb. | Mit den Stimmen von CDU und FDP im
Berliner Abgeordneten Haus wird Eberhard Diepgen zum neuen Regierenden
Bürgermeister von Berlin gewählt. Honecker übergibt die zweimillionste Wohnung, die seit dem Wohnungsbauprogramm von 1971 fertiggestellt wurde. |
| 10. Feb. | Angesichts der privaten Konkurrenz kaufen die ARD-Anstalten in Hollywood für 80 Millionen Dollar Senderechte für Filmproduktionen ein. Am 2. März stimmt das ZDF dem Erwerb von 1264 Spielfilmen zu. |
| 22. Feb. | Bonn bewilligt einen Zuschuß von 1,5 Milliarden DM für die Entwicklung des A 320 der europäischen "Airbus"-Familie. |
| 24. Feb. | Die Ministerpräsidenten der Länder kommen überein, am künftigen Satellitenfernsehen auch private Programmanbieter zu beteiligen. |
| 03. April | In der westdeutschen Druckindustrie scheitert im Streit um die 35-Stunden-Woche die Schlichtung. Ab 12.04. wird die Branche schwerpunktmäßig bestreikt. |
| 05. April | Als erstes Land der Bundesrepublik verankert Bayern den Umweltschutz in der Verfassung. |
| 10. April | Auf Antrag von drei Klägerinnen aus der Bundesrepublik legt der Europäische Gerichtshof fest, daß Frauen, die im Beruf gegenüber Männern diskriminiert werden, Anspruch auf Schadensersatz haben. |
| 15. April | Schwere Ausschreitungen gegen die am 12.04. in Betrieb genommene Startbahn West in Frankfurt. |
| 07. Mai | Das Oberlandesgericht Stuttgart spricht mit dreimal lebenslänglicher Haft für den ehemaligen RAF-Angehörigen Peter Boock das bislang härteste Urteil in einem Terroristenprozeß. |
| 10. Mai | In der Metallindustrie
beginnen die Streiks um die 35-Stunden-Woche. Die
Automobil-Zulieferindustrie und später auch die Autoproduktion
kommen zum Erliegen. Gegen Monatsende antworten die Arbeitgeber mit
Aussperrungen. Das NOK der DDR teilt die Absage für die Olympischen Spiele in Los Angeles mit. |
| 23. Mai | Mit großer Mehrheit wird Richard von Weizsäcker (CDU) als Nachfolger von Karl Carstens zum Bundespräsidenten gewählt. Luise Rinser, Kandidatin der Grünen, bekommt 68 Stimmen. |
| 01. Juli | Richard von Weizsäcker wird als neuer Bundespräsident vereidigt. Nach Schlichtung durch Georg Leber wird in der Metallindustrie ab 01.04.1985 eine Regelarbeitszeit von 38,5 Stunden unter Zulassung von Ausnahmeregelungen vereinbart. |
| 06. Juli | Die Druckindustrie übernimmt den Kompromiß der Metallindustrie. |
| 18. Sept. | Das Bundeskabinett beschließt, daß Neuwagen ab 1989 mit Katalysatoren auszurüsten sind. |
| 21. Sept. | Im Bundestag stimmen CDU/CSU und FDP einer Jugendarbeitsschutzreform zu, welche früheren Arbeitsbeginn und längere Schichtzeiten für Lehrlinge zuläßt. |
| 22. Sept. | Bundeskanzler Kohl und Frankreichs Staatspräsident Mitterand gedenken in Verdun gemeinsam der Toten beider Weltkriege. |
| 16. Okt. | Die von der Bundesregierung vorgelegte Waldschadenserhebung 1984 registriert 50% (im Vorjahr 34%) der Waldfläche in der Bundesrepublik als geschädigt; 1,5% sind stark geschädigt oder abgestorben. |
| 23. Okt. | Die Bonner Koalition einigt sich auf die Einführung eines fälschungssicheren, maschinenlesbaren Personalausweises. |
| 25. Okt. | Weil eine Beratertätigkeit ihn in Zusammenhang mit der Flick-Affäre brachte, tritt Rainer Barzel als Präsident des Deutschen Bundestages zurück. Nachfolger wird Philipp Jenninger. |
| 30. Nov. | Die DDR baut die letzten "Todesautomaten" an der deutsch-deutschen Grenze ab. |
| 13. Dez. | In der deutschen Botschaft in Prag treten 40 dort auf ihre Ausreise in den Westen wartenden DDR-Flüchtinge in den Hungerstreik. |
| 18. Dez. | Bundesaußenminister Genscher besucht die Tschechoslowakei. Dabei sucht er auch die DDR-Flüchtlinge in der Botschaft der Bundesrepublik auf. |
| 31. Dez. | Die wachsende
Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den politischen und
ökonomischen Verhältnissen in der DDR spiegelt sich in
den Ausreiseanträgen: 35000 Bürger dürfen 1984 in die
Bundesrepublik übersiedeln. Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik betrug im Jahresdurchschnitt 9,1%. |