Deutschland 1900 - 1918

01.01.1900 Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) tritt in Kraft.
12.06.1900 Der Reichstag nimmt das 2. Flottengesetz an, das eine Verdoppelung des ursprünglich geplanten Flottenbestandes vorsieht.
20.06.1900 Der deutsche Gesandte in Peking, Klemens von Ketteler, wird in den Wirren des chinesischen Boxer-Aufstandes auf offener Straße ermordet. Die europäischen Mächte antworten mit einer internationalen Strafexpedition, die von Deutschland angeführt wird. 
27.07.1900 Bei der Verabschiedung des deutschen Korps in Bremerhaven hält Wilhelm II. die berüchtigte "Hunnenrede", die wegen ihrer Mißachtung des Völkerrechts im In- und Ausland heftige negative Resonanz findet.
18.10.1900 Als Nachfolger Hohenlohes wird Fürst Bernhard von Bülow neuer Reichskanzler und preußischer Ministerpräsident.

Zum Seitenanfang

1901 Der 26jährige Schriftsteller Thomas Mann veröffentlicht seinen Roman "Die Buddenbroks", der den Niedergang einer hanseatischen Bürgerfamilie schildert.
18.03.1901 Die deutsch-englischen Bündnis-Verhandlungen werden in London noch einmal aufgenommen, scheitern jedoch im Dezember abermals.
05.05.1901 Entlassung des preußischen Finanzministers, des Nationalliberalen Johannes von Miquel.
10.12.1901 Als erster Deutscher erhält Theodor Mommsen für seine "Römische Geschichte" den Nobelpreis für Literatur.
14.12.1901 Auf Druck der Konservativen und des Bundes der Landwirte billigt der Reichstag ein neues Zollgesetz, das die Getreidezölle wieder auf das Niveau von vor 1892 anhebt.

Zum Seitenanfang


16.06.1903 Bei der Wahl zum elften Reichstag verbessern sich die Sozialdemokraten auf 20,4% der Sitze, während sich die Anteile der anderen Parteien nur wenig verändern.


22.02.1904 Im Rahmen einer kleinen Finanzreform wird die "Franckensteinsche Klausel" von 1879, die die Einnahmen des Reiches aus Zöllen und indirekten Steuern zugunsten der Einzelstaaten begrenzt, aufgehoben.
08.04.1904 Großbritannien und Frankreich gleichen ihre Kolonialinteressen in der "entente cordiale" aus; die außenpolitische Isolierung des Deutschen Reiches erreicht einen neuen Höhepunkt.
11.04.1904 Gegen das Vordringen deutscher Siedler erheben sich in Deutsch-Südwestafrika die Herero. Mit massivem militärischen Einsatz der verstärkten Schutztruppen werden die Aufständischen am Waterberg geschlagen und in die Wüste abgedrängt, wo Tausende umkommen.

Zum Seitenanfang

1905 Generalstabschef Alfred von Schlieffen legt kurz vir seiner Verabschiedung eine strategische Denkschrift zur Kriegführung vor, die dann die Grundlage für den deutschen Aufmarsch 1914 bildet: Der Schlieffen-Plan sieht eine Konzentration der Kräfte an der Westfront vor und zielt auf einen schnellen Sieg durch eine Umfassung der gegnerischen Streitkräfte von Belgien und Nordfrankreich her.
29.03.1905 Nachdem die Pläne für den Bau des Mittellandkanals und damit eines Binnenschiffahrtsweges vom Rhein über die Elbe bis in die preußischen Ostprovinzen zweimal am Widerstand der Konservativen gescheitert sind, billigt der Reichstag eine entsprechende Vorlage, wobei jedoch auf eine Verbindung zwischen Hannover und der Elbe verzichtet werden soll.
31.03.1905 Der Einzug Wilhelms II. im marokkanischen Tanger, mit dem der Kaiser den von Frankreich bedrängten Sultan unterstützen will, löst die erste Marokko-Krise aus. Auf der 1906 im südspanischen Algecitas über das Schicksal Marokkos beratenden internationalen Konferenz steht Deutschland weitgehend isoliert da.
24.07.1905 In direkter Absprache mit Zar Nikolaus II. vereinbart Wilhelm II. in Björkó bei St. Petersburg ein Defensivbündnis mit Rußland, das jedoch anschließend von beiden Seiten nicht ratifiziert wird.

Zum Seitenanfang

03.06.1906 Mit einem Finanzreformgesetz wird die Erbschaftssteuer als erste direkte Reichssteuer eingeführt.
05.06.1906 Der Reichstag verabschiedet erneut eine Novelle zum Flottengesetz, mit der der Bau von Großkampfschiffen nach dem Vorbild der englischen "Dreadnought" gebilligt wird. Die deutsche Flottenpolitik geht spätestens jetzt in ein offenes Wettrüsten gegen England über.


25.01.1907 Bei der Wahl zum zwölften Reichstag, wegen der von Regierungsseite verwendeten nationalistischen Parolen auch "Hottentotten-Wahlen" genannt, wird die SPD mit einem Rückgang ihres Mandatsanteils auf 10,8% beinahe halbiert. Gewinne erzielen Konservative, National- und Linksliberale, die jetzt im "Bülow-Block" zusammenarbeiten und die Regierungsmehrheit stellen.
31.08.1907 Großbritannien und Rußland verständigen sich über die Abgrenzung ihrer Interessensphären in Asien; die von deutscher Seite mitverursachte Einkreisung des Reiches ist vollendet.

Zum Seitenanfang

06.04.1908 Mit einer zweiten Novelle zum Flottengesetz wird das Rüstungstempo noch einmal verschärft.
08.04.1908 Bei der Verabschiedung des Reichsvereinsgesetzes können sich Konservative und Liberale auf einen Kompromiß verständigen, der das Vereins- und Versammlungsrecht liberalisiert.
06.10.1908 Österreich-Ungarn annektiert das bereits seit 1878 von seinen Truppen besetzte, formell aber immer noch türkische Bosnien-Herzegowina und löst damit nachhaltige internationale Spannungen aus; ein Krieg kann nur vermieden werden, weil das nach seiner Niederlage gegen Japan noch geschwächte Rußland dem massiven Druck des Deutschen Reiches nachgibt.
28.10.1908 Ein törichtes Interview, das Wilhelm II. der Londoner Zeitung "Daily Telegraph" gegeben hat, führt zu einer schweren innenpolitischen Krise; da Reichskanzler von Bülow auf Distanz zu Wilhelm geht, ist das Verhältnis zwischen Kasier und Kanzler seit der Affäre dauerhaft gestört.

Zum Seitenanfang

10.07.1909 Die durch die hohen Rüstungsausgaben notwendig gewordene Reichsfinanzreform läßt den Bülow-Block endgültig auseinanderbrechen. Zentrum und Konservative setzen gegen den Protest der Linksliberalen und der SPD Steuergesetze durch, die den agrarischen Besitz schonen und stärker das mobile Kapital und den allgemeinen Konsum belasten.
14.07.1909 Wegen seiner Niederlage in der Frage der Finanzreform tritt Reichskanzler von Bülow zurück; zu seinem Nachfolger wird der bisherige Staatssekretär des Innern Theobald von Bethmann-Hollweg ernannt.


06.03.1910 Die drei linksliberalen Parteien schließen sich zur "Fortschrittlichen Volkspartei" zusammen.
27.05.1910 Bethmann-Hollweg muß den von ihm vorgelegten Gesetzentwurf zur Reform des preußischen Dreiklassenwahlrechts vor allem wegen des Widerstandes der Konservativen zurückziehen.

Zum Seitenanfang

11.01.1911 Unter dem Protektorat Wilhelms II. wird in Berlin die "Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften" gegründet, die wichtige Institute der naturwissenschaftlichen Spitzenforschung unterhält.
27.5.1911 Der Reichstag nimmt eine Verfassung mit größerer Autonomie für das "Reichsland" Elsaß-Lothringen an.
01.07.1911 Die Entsendung des deutschen Kanonenbootes "Panther" nach Agadir löst die zweite Marokko-Krise aus: Der deutsche Versuch, durch eine Drohgebärde kolonialpolitische Zugeständnisse zu erreichen, trifft auf den entschiedenen Widerstand Englands und Frankreichs und führt diese beiden Bündnispartner noch enger zusammen.
19.11.1911 In der Reichsversicherungsordnung werden die verschiedenen Sozialversicherungsgesetze zusammengefaßt; zugleich wird der Versicherungsschutz der Angestellten gegen Invalidität und Alter verbessert.

Zum Seitenanfang

12.01.1912 Bei der 13. Wahl zum Reichstag steigt die SPD mit einem Mandatsanteil von 27,7% zur stärksten Fraktion auf; vor allem die Konservativen und das Zentrum müssen deutliche Verluste hinnehmen.
08.02.1912 -11.02.1912. Bei einem Besuch in Berlin sondiert der britische Kriegsminister Haödane die Möglichkeit, Deutschland durch politische Konzessionen zu einer Reduzierung seines Flottenbauprogramms zu bewegen, doch scheitern die Gespräche am gegenseitigen Mißtrauen.
21.05.1912 Mit der dritten Novelle zum Flottengesetz wird die Zahl der neu zu bauenden Schlachtschiffe nochmals erhöht.
17.10.1912 Beginn des ersten Balkankrieges zwischen Serbien, Bulgarien, Griechenland und Montenegro einerseits und der Türkei andererseits; durch die Verwicklung Österreich-Ungarns und Rußlands droht sich der Konflikt zeitweise zu einem europäischen Krieg auszuweiten.


30.06.1913 Der Reichstag nimmt die Wehrvorlage an, mit der die Friedensstärke des Heeres bis Herbst 1914 von 666000 auf 800000 Mann gesteigert werden soll.
November 1913 In der durch Übergriffe des Militärs auf elsäsische Bürger ausgelösten "Zabern-Affäre" diskutieren Reichstag und Öffentlichkeit heftig über die Grenzen der militärischen Macht; eine überwältigende Mehrheit des Reichstags spricht dem Reichskanzler am 04.12. das Mißtrauen aus.

Zum Seitenanfang

28.06.1914 Der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau werden in Sarajewo von einem bosnisch-Serbischen Nationalisten ermordet: Erneut stürzen die Spannungen auf dem Balkan die europäischen Mächte in eine schwere Krise.
06.07.1914 Kaiser und Reichskanzler bekräftigen ihre Unterstützung der Wiener Politik und stellen dem Verbündeten damit eine Art "Blankscheck" für ein weiteres hartes Vorgehen gegen Serbien aus.
28.07.1914 Österreichische Kriegserklärung an Serbien; Rußland antwortet am 30.07 mit der Generalmobilmachung, auf die wiederum Deutschland am 01.08. mit der Kriegserklärung reagiert..
03.08.1914 Das Deutsche Reich erklärt auch Frankreich den Krieg und beginnt gemäß dem Schlieffen-Plan, der auf einen schnellen Vorstoß und Sieg im Westen zielt, noch am gleichen Tag mit dem Einmarsch in das neutrale Belgien; nun erklärt auch Großbritannein Deutschland den Krieg.
04.08.1914 Der Reichstag bewilligt mit den Stimmen aller Parteien einschließlich der Sozialdemokraten die Kriegskredite.
26.08.1914 - 30.08.1914. In den Schlachten bei Tannenberg und kurz darauf an den Marutischen Seen gelingt es den von Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff befehligten deutschen Truppen, die beiden weit nach Ostpreußen vorgestoßenen russischen Armeen entsheidend zu schlagen und zurückzudrängen.
05-09-1914 - 12.09.1914. Die schnell durch Belgien und Nordfrankreich vorstoßenden deutschen Truppen werden in der Schlacht an der Marne von der französischen Armee gestoppt und ziehen sich weit zurück.
09.09.1914 In seinem "September-Programm" formuliert Reichskanzler Bethmann-Hollweg die deutschen Kriegsziele, zu denen vor allem weiträumige Annexionen in Belgien, Luxemburg und Nordfrankreich sowie die Schaffung abhängiger Staaten im Baltikum und in Polen zählen.
14.09.1914 Erich von Falkenhayn löst Helmuth von Moltke als Chef der Obersten Heeresleitung (OHL) ab.
15.10.1914 In Flandern beginnt der "Wettlauf zum Meer", in dem beide Seiten versuchen, die gegnerische Front an der noch offenen Flanke zu umfassen. Nach verlustreichen Kämpfen erstarren die Fronten im Stellungskrieg.

Zum Seitenanfang

04.2.1915 - 22.02.1915. Das Deutsche Reich erklärt die Gewässer um England zum Kriegsgebiet und beginnt mit dem U-Boot-Krieg gegen Handelsschiffe.
22.04.1915 Deutsche Truppen setzen nördlich von Ypern in Flandern zum ersten Mal bei einem Angriff Giftgas ein.
01.05.1915 - 03.05.1915. Bei Tarnow-Gorlice östlich von Krakau gelingt den inzwischen verstärkten deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen der Durchbruch durch die russische Front; Kurland, Litauen, große Teile Polens und Galiziens werden von den Truppen der Mittelmächte erobert bzw. zurückgewonnen.


21.2.1916 -21.07.1916. Bei Verdun versucht das Deutsche Reich mit einer neuen menschenverachtenden Strategie, die auf das "Ausbluten" der französischen Armee zielt, den Gegner in die Knie zu zwingen; im Juli muß auch diese Offensive nach riesigen Verlusten auf beiden Seiten ergebnislos abgebrochen werden.
31.05.1916 - 01.06.1916. In der ohne Entscheidung endenden Skagerrak-Schlacht kommt es zum einzigen großen Kampfeinsatz der deutschen Schlachtflotte.
24.06.1916 - 26.11.1916. Britische Truppen versuchen in einer weiteren Materialschlacht an der Somme, die deutsche Front zu durchbrechen.
29.08.1916 Nach dem Scheitern Falkenhayns vor Verdun werden Generalfeldmarschall Hindenburg und General Ludendorff an die Spitze der OHL berufen; mit ihnen beginnt die totale Mobilmachung; auch der "Heimatfront".
Oktober -
Dezember
Die französische Gegenoffensive bei Verdun führt ebenfalls nur zu geringen Frontverschiebungen.
05.12.1916 Der Reichstag verabschiedet das Vaterländische Hilfsdienstgesetz, das nicht eingezogene Männer zum Dienst in der Rüstungsindustrie verpflichtet und den Gewerkschaften wichtige sozialpolitische Zugeständnisse bringt.
12.12.1916 Die deutsche Reichsleitung veröffentlicht eine Friedensdekalration, die jdeoch - wie von deutscher Seite erwartet - von der Entente abgelehnt wird.
18.12.1916 Eine erste Friedensinitiative des US-Präsidenten Woodrow Wilson scheitert daran, daß keine Kriegführende Seite zu einem Frieden ohne Sieg bereit ist.

Zum Seitenanfang
31.01.1917 Deutschland geht zum uneingeschränkten U-Boot-Krieg über, in dem zunächst, bis die von den Alliierten ergriffenen Gegenmaßnahmen seit Mitte 1917 zu wirken beginnen, Handelsschiffe in großer Zahl versenkt werden.
März/April Erneut versuchen die britischen und französischen Truppen mit großen Offensiven die deutsche Front zu durchbrechen; ihr Scheitern und die dabei erlittenen Verluste führen zu Meutereien  in der französischen Armee.
12.03.1917 Die Revolution in Rußland führt zur Abdankung des Zaren und zur Bildung einer bürgerlich geführten Regierung.
06.04.1917 Kriegserklärung der USA an das Deutsche Reich.
07.04.1917 Kasier Wilhelm II. kündigt in seiner "Osterbotschaft" die Aufhebung des preußischen Dreiklassenwahlrechts an.
09.07.1917 - 11.04.1917. Auf der Gothaer KOnferenz spaltet sich von der SPD die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) ab, die offen gegen die Fortführung des Krieges kämpft.
Mitte April Große Streiks in Berlin, Leipzig und anderen Städten.
Juli Die letzte russische Brussilow-Offensive gegen die Mittelmächte scheitert nach einigen Anfangserfolgen.
06.07.1917 Die Mehrheitsparteien des Reichstags - SPD, Zentrum, Links- und Nationalliberale - setzen einen "Interfraktionellen Ausschuß" ein, mit dem sie ihren Einfluß auf die politischen Entscheidungen zu verstärken suchen.
14.07.1917 Reichskanzler Bethmann-Hollweg wird auf Druck der OHL entlassen.
19.07.1917 Die Reichstagsmehrheit verabschiedet eine Friedensresolution, die sich zu einem Frieden ohne Annexionen und Kontributionen bekennt.
06.11.1917 - 07.11.1917. Die von deutscher Seite wohlwollend geförderte "Oktoberrevolution" bringt in Rußland die Bolschewiki an die Macht.
15.12.1917
Die neue russische Regierung und das Deutsche Reich schließen einen Waffenstillstand.

Zum Seitenanfang
08.01.1918 US-Präsident Wilson legt sein 14-Punkte-Programm vor, das in Bezug auf Deutschland den Verzicht auf jegliche Annexionen, die Rückgabe Elsaß-Lothringens und eine Parlamentarisierung der Reichsverfassung fordert.
28.01.1917 Beginn von mehrtägigen Massenstreiks in Berlin und anderen großen Städten.
03.03.1918 Im Friedensvertrag von Brest-Litowsk muß das bolschewistische Rußland - von Deutschland durch eine Wiederaufnahme der Kämpfe unter Druck gesetzt - große territoriale Verluste und die Schaffung eines Gürtels unabhängiger Staaten im Baltikum, in Polen und in der Ukraine akzeptieren.
21.03.1918 -07.07.1918. Nach der Entlastung im Osten versucht die OHL mit einer großangelegten Offensive an der Westfront noch einmal das Kriegsgeschehen zu wenden, ohne jedoch den erstrebten Durchbruch durch die alliierten Linien zu erreichen.
18.07.1918 Mit dem Beginn der alliierten Gegenoffensive erweisen sich alle deutschen Siegeshoffnungen endgültig als illusorisch.
14.08.1918 Nach der verloreren Schlacht bei Amiens, in der auf allliierter Seite erstmals massenhaft Panzer eingesetzt worden waren, erklärt die OHL die Fortführung des Krieges für aussichtslos.
03.10.1918 Prinz Max von Baden wird deutscher Reichskanzler; an seiner Regierung sind erstmals die Mehrheitsparteien durch eigene Vertreter beteiligt.
Das Deutsche Reich ersucht unter Berufung auf Wilsons 14 Punkte um einen Waffenstilstand.
28.10.1918 Reichstag, Bundesrat und Kaiser billigen eine Änderung der Reichsverfassung, durch die die Regierung an den politischen Willen der Reichstagsmehrheit gebunden wird.
03.11.1918 Der Befehl der Marineleitung an die Hochseeflotte, noch einmal auszulaufen, löst Aufstände der Matrosen in Kiel und Wilhelmshaven aus; schon in den folgenden Tagen breitet sich die Revolte, di evon rasch gebildeten Arbeiter- und Soldatenräten organisiert wird, auf das übrige Reichsgebiet aus.
07.11.1918 - 08.11.1918. Revolution in Bayern unter Fürhung des USPD-Politikers Kurz Eisner; die Monarchie der Wittelsbacher wird gestürzt und Bayern zum Freistaat proklamiert.
11.11.1918 Nach dreitägigen Verhandlungen wird im Wald von Compiègne der Waffenstillstand zwischen dem Deutschen Reich und den Alliierten unterzeichnet. Auf deutscher Seite hat der Krieg rund 1,8 Millionen, insgesamt etwa 10 Millionen militärische und zivile Opfer gefordert.

Quelle: "Deutsche Geschichte in Daten" Dieter Hein, Beck 2005
Zum Seitenanfang