| 09.11.1918 | Ausrufung der Republik durch den Sozialdemokraten Philipp Scheidemann; Wilhelm II. dankt als Kasier und preußischer König ab und geht ins niederländische Exil. |
| 10.11.1918 | SPD und USPD bilden gemeinsam den "Rat der Volksbeauftragten", der die Regierungsgewalt in Deutschland übernimmt. Der Führer der SPD, Friedrich Ebert, und General Wilhelm Groener von der OHL (Oberste Heeresleitung) verständigen sich auf eine partielle Koopertation. |
| 12.11.1918 | Gründung der katholisch-konservativen Bayerischen Volkspartei (BVP). |
| 15.11.1918 | Großindustrie und Gewerkschaften vereinbaren die Bildung einer "Zentralarbeitsgemeinschaft"; die Gewerkschaften werden endgültig als gleichberechtigte Verhandlungspartner anerkannt. |
| 20.11.1918 | Gründung der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP). |
| 24.11.1918 | Gründung der konservativ-nationalistischen Deutschnationalen Volkspartei (DNVP). |
| 15.12.1918 | Gründung der nationalliberalen Deutschen Volkspartei (DVP) unter Führung von Gustav Stresemann. |
| 16.12.1918 | - 21.12.1918. Der von gemäßigten Sozialdemokarten dominierte Reichskongreß der Arbeiter- und Soldatenräte beschließt in Berlin, Wahlen zu einer Nationalversammlung auszuschreiben. |
| 29.12.1918 | Die USPD-Vertreter verlassen den Rat der Volksbeauftragten. |
| 01.01.1919 | Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). |
| 05.01.1919 | - 12.01.1919. Der von der KPD und anderen linksradikalen Kräften angezettelte "Spartakusaufstand" in Berlin wird im Auftrag der Reichsregierung von Freikorps und regulären Truppen niedergeschlagen. |
| 15.01.1919 | Ermordung der KPD-Politiker Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht durch Freikorpsoffiziere. |
| 19.01.1919 | Bei den Wahlen zur Nationalversammlung - erstmals sind auch Frauen wahlberechtigt - wird die SPD mit 37,9% stärkste Partei; insgesamt erhalten jene Parteien, die uneingeschränkt für eine parlamentarisch-demokratische Republik eintreten - neben der SPD das Zentrum und die DDP -, mehr als 75% der Stimmen. |
| Februar 1919 | bis Mai 1919. Streiks, Unruhen und Aufstände erschüttern weite Teile des Reiches und führen zu oft bürgerkriegsähnlichen Zuständen. |
| 06.02.1919 | Wegen der unruhigen Lage in Berlin beginnt die Nationalversammlung ihre Beratungen in Weimar. |
| 10.02.1919 | In einem "Gesetz über die vorläufige Ordnung der Reichsgewalt" werden bereits die Grundzüge der künftigen republikanischen Verfassung festgelegt. |
| 11.02.1919 | Der Sozialdemokrat Friedrich Ebert wird von der Nationalversammlung zum vorläufigen Reichspräsidenten gewählt. |
| 13.02.1919 | SPD, Zentrum und DDP bilden unter Ministerpräsident Philipp Scheidemann (SPD) als "Weimarer Koalition" gemeinsam die Reichsregierung. |
| 21.02.1919 | Der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner (USPD) wird in München auf dem Weg in den Landtag vin dem rechtsradikalen Offizier Graf Arco-Valley ermordet. |
| 07.04.1919 | - 02.05.1919. In München wird von der radikalen Linken eine Räterepublik proklamiert; deren Herrschaft endet erst mit der blutigen Rückeroberung der Stadt durch Freikorps und Reichswehreinheiten. |
| 28.04.1919 | Die Vollversammlung der Pariser Friedenskonferenz nimmt die Satzung des Völkerbundes an, der nach dem Konzept des US-Präsidenten Woodrow Wilson künftig den Weltfrieden sichern soll. |
| 16.06.1919 | Die Siegermächte fordern Deutschland ultimativ auf, den Friedensvertrag in der vorgelegten Form anzunehmen. |
| 20.06.1919 | Wegen des allierten Ultimatums tritt die Regierung Scheidemann zurück. Nach einer mehrtägigen Regierungskrise setzt die Weimarer Koalition unter Reichskanzler Gustav Bauer (SPD) ihre Zusammenarbeit fort. |
| 28.06.1919 | Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen dem Deutschen Reich und den Allierten im Spiegelsaal von Versailles: Deutschland verliert Elsaß-Lothringen, Nordschleswig, Teile Westpreußens und Oberschlesiens sowie seine Kolonien |
| 11.08.1919 | Reichspräsident Ebert fertigt die Weimarer Reichsverfassung aus, die am 14.08.1919 in Kraft tritt. |
| September | Beginn der Erzbergerschen Finanzreform, die angesichts der hohen Kriegs- und Kriegsfolgelasten die Finanzkraft des Reiches auf Kosten der Länder und Gemeinden stärkt und die Steuerlast erheblich erhöht. |
| 18.11.1919 | Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg befördert mit seiner Aussage vor dem Untersuchungsausschuß der Nationalversammlung die "Dolchstoß-Legende und damit rechtsradikale Propaganda gegen die Republik. |
| 13.03.1920 | - 17.03.1920. Der von monarchistischen und rechtsextremistischen Kräften in Berlin inszenierte Kapp-Lüttwitz-Putsch gegen die Republik scheitert an der abwartenden Haltung der Ministerialbürokratie und dem von den Gewerkschaften ausgerufenen Generalstreik. |
| 15.03.1920 | .15.05.1920. Freikorps und Reichswehreinheiten gehen gegen kommunistische Aufstände im Ruhrgebiet vor; als Antwort auf Verstöße gegen die Entmilitarisierungsbestimmungen besetzen die Franzosen vorübergehend Frankfurt am Main und Darmstadt. |
| 06.06.1920 | Bei der ersten Wahl zum Reichstag erleiden die Parteien der Weimarer Koalition schwere Verluste; sie erhalten zusammen nicht einmal mehr die absolute Mehrheit. |
| 25.06.1920 | Als Konsequenz aus dem Wahlergebnis wird unter Reichskanzler Konstantin Fehrenbach (Z) erstmals ein bürgerliches Minderheitskabinett aus Zentrum, DDP und DVP gebildet. |
| 04.12.1920 | - 07.12.1920. Der linke Flügel der USPD tritt zur KPD über und begünstigt deren Aufstieg zur Massenpartei. |
| 01.03.1921 | Die Londoner Reparationskonferenz fordert Deutschland unter Androhung von Sanktionen zur Anerkennung einer Gesamtschuld von 226 Milliarden Goldmark auf; als die Reichsregierung auf ihrer Ablehnung beharrt, besetzen am 08.03. französische Truppen Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort. |
| 20.03.1921 | Bei der
Volksabstimmung in Oberschlesien entscheiden sich rund 60% der
Stimmberechtigten für Deutschland; nach schweren Kämpfen wird
das Gebiert im Oktober zwischen Deutschland und Polen aufgeteilt. Erneut erschüttern kommunistische Aufstände das mitteldeutsche Industriegebiet und Hamburg. |
| 05.05.1921 | Im Londoner Ultimatum fordern die Allierten von Deutschland Reparationen in Höhe von 132 Milliarden Goldmark. |
| 06.05.1921 | Mit dem Abschluß eines Handelsvertrages nähern sich das Deutsche Reich und Sowjetrußland politisch einander an; parallel hierzu kommt eine geheime militärische Kooperation in Gang. |
| 11.05.1921 | Das neugebildete Reichskabinett unter Reichskanzler Joseph Wirth (Z) setzt die Annahme des Londoner Ultimatums durch; durch striktes Bemühen um die "Erfüllung" der alliierten Forderungen soll deren Unerfüllbarkeit bewiesen und deren Revision erzwungen werden. |
| 29.07.1921 | Adolf Hitler wird zum Vorsitzenden der 1920 gegründeten Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gewählt. |
| 26.08.1921 | Reichsfinanzminister Mathais Erzberger (Z) wird von einem Rechtsextremisten ermordet. |
| 16.04.1922 |
Im Vertrag von Rapallo verzichten das Deutsche Reich und Sowjetrußland gegenseitig auf Reparationen und verstärken ihre wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit. |
| 24.06.1922 | Außenminister Walther Rathenau (DDP) wird in Berlin durch rechtsradikale Attentäter erschossen. |
| 21.07.1922 | Unter dem Eindruck des Mordes verabschiedet der Reichstag das "Gesetz zum Schutz der Republik", das schärfere Strafen für politische Gewalttaten vorsieht und das Verbot extremistischer Organisationen erleichtert. |
| 24.09.1922 | Die nach dem Übertritt des linken Flügels zur KPD noch verbliebenen Teile der USPD schließen sich der SPD an. |
| 11.01.1923 | Frankreich und Belgien nehmen deutsche Reparationsrückstände zum Anlaß, ihren langgehegten Plan umzusetzen und in das Ruhrgebiet einzumarschieren. Gegen die Besetzung wird von deutscher Seite zum passiven Widerstand aufgerufen; dessen Kosten belasten den Reichshaushalt und heizen die Inflation kräftig an. |
| 01.08.1923 | Der Wert der Mark, der Ende 1922 noch bei 8000 M. für einen Dollar gelegen hatte, fällt ins Bodenlose; für einen Dollar müssen nun mehr als eine Million M. gezahlt werden. |
| 13.08.1923 | Angesichts der schweren Krise gelingt unter Reichskanzler Stresemann (DVP) erstmals die Bildung einer Großen Koalition aus SPD, DDP, Zentrum und DVP. |
| 26.09.1923 | Die Reichsregierung beschließt, den passiven Widerstand gegen die Ruhrbesetzung aufzugeben. |
| 27.09.1923 | Wegen der sich zuspitzenden Krise verhängt die Reichsregierung den Ausnahmezustand für das Reichsgebiet. |
| Oktober 1923 | Höhepunkt der politischen und wirtschaftlichen Krise: Die Inflationsspirale dreht sich immer schneller, im Rheinland unf in der Pfalz regen sich separatistische Bestrebungen; in Sachsen und Thüringen bilden sich Volksfrontregierungen und bereitet die KPD revolutionäre Aktionen vor; in Bayern, das rechtsextremistischen Kräften seit längerem erheblichen Spielraum gewährt, verweigert sich die rechtsorientierte Regierung den Anordnungen des Reiches. |
| 13.10.1923 | Der Reichstag verabschiedet zum ersten Mal ein "Ermächtigungsgesetz", das der Reichsregierung für sechs Monate außerordentliche Vollmachten einräumt. |
| 23.10.1923 | Mit der Reichsexekution gegen Sachsen und dem Einmarsch von Reichswejreinheiten gelingt es der Reichsregierung, die politische Lage in Mitteldeutschland zu stabilisieren. |
| 29.10.1923 | Die Radio-Stunde AG in Berlin sendet ihr Eröffnungsprogramm; binnen weniger Jahre entwickelt sich der Rundfunk zu einem Massenmedium mit mehr als vier Millionen Teilnehmern. |
| 03.11.1923 | Reichswehrchef von Seeckt verweigert die von Reichspräsident Ebert geforderte Reichsexekution gegen Bayern; wegen des unterschiedlichen Vorgehens der Reichsregierung gegen Sachsen und Bayern verlassen die SPD-Minister das Kabinett Stresemann. |
| 08.11.1923 | - 09.11.1923. Der von Adolf Hitler und Erich Ludendorff inszenierte Putschversuch der NSDAP in München scheitert; Reichspräsident Ebert überträgt General von Seeckt die vollziehende Gewalt im Reich. |
| 15.11.1923 | Mit der Ausgabe der Rentenmark, deren Wert auf eine Rentenmark für eine Billion Papiergeld festgesetzt wird, gelingt die Stabilisierung der deutschen Währung. |
| 23.11.1923 | Obwohl die Reichsregierung aus der schweren Krise des Jahres 1923 siegreich hervorgeht und die demokratische Repbulik sich behauptet, bricht das Kabinett von Reichskanzler Stresemann endgültig auseinander. NASDAP und KPD werden für mehrere Monate verboten. |
| 21.12.1923 | Eine neue Arbeitszeitverordnung ermöglicht Abweichungen von dem seit der Revolution gesetzlich festgeschriebenen Achtstundentag; die Arbeitszeitfrage wird zu einem beständigen Streitpunkt zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften. |
| 01.03.1924 | Aufhebung des im September 1923 verhängten Ausnahmezustands. |
| 01.04.1924 | Adolf Hitler wird wegen des Novemberputsches zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, jedoch schon im Dezember aus der Haft entlassen. |
| 09.04.1924 | Die Ende November 1923 eingesetzte Expertenkommission unter der Leitung des amerikanischen Finanzfachmannes Charles G. Dawes legt ihre Vorschläge zur Regelung der Reparationsfragen vor. |
| 04.05.1924 | Das Ergebnis der Reichstagswahl, in der KPD (12,6%) und DNVP (19,5%) erhebliche Gewinne erreichen, macht die parlamentarische Mehrheitsbildung noch schwieriger. |
| 29.08.1924 | Der Reichstag nimmt mit der notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit, darunter auch Stimmen aus der DNVP, den Dawes-Plan an. |
| 07.12.1924 | Bei der zweiten Reichstagswahl des Jahres 1924 erzielen die Parteien der demokratischen Mitte leichte Stimmengewinne. |
| 15.01.1925 | Der parteilose Hans Luther bildet ein neues Reichskabinett, in dem erstmals auch die DNVP Regierungsverantwortung übernimmt. |
| 27.02.1925 | Neugründung der NSDAP im Münchener Bürgerbräukeller. |
| 28.02.1925 | Reichspräsident Ebert (SPD) stirbt im Alter von 54 Jahren. |
| 28.04.1925 | Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg wird im 2. Wahlgang mit 48,3% der Stimmen gegen den Kandidaten der Weimarer Koalition, den Zentrumspolitiker Wilhelm Marx, zum Reichspräsidenten gewählt. |
| 14.07.1925 | - 01.08.1925. Räumung des Ruhrgebiets durch die Alliierten. |
| 01.12.1925 | Im Vertrag von Locarno verzichten Deutschland, Frankreich und Belgien gegenseitig auf gewaltsame Änderungen der gemeinsamen Grenzen. Stresemanns Politik zielt darauf, durch einen Ausgleich im Westen freie Hand für die Revision der Ostgrenzen zu erhalten. |
| 26.2.1926 | Auf der Bamberger Führertagung setzt Adolf Hitler seinen alleinigen Führungsanspruch endgültig in der NSDAP durch. |
| 24.04.1926 | Deutschland und die UdSSR schließen in Berlin einen Freundschafts- und Neutralitätsvertrag. |
| 05.05.1926 | Eine Flaggenverordnung des Reichspräsidenten, die festlegt, daß die deutschen Auslandsvertretungen neben der Reichsflagge (Schwarz-Rot-Gold) auch die Handelsflagge (Schwarz-Weiß-Rot) zeigen sollen, löst scharfe politische Auseinandersetzungen aus und führt zum Sturz von Reichskanzler Luther. |
| 10.09.1926 | Mit der Aufnahme in den Völerbund kehrt Deutschland in den Kreis der gleichberechtigten europäischen Mächte zurück. |
| 17.09.1926 | Aueßnminister Stresemann und sein französischer Amtskollege Aristide Briand beraten in Thoiry über einen umfassenden deutsch-französischen AUsgleich. |
| 10.12.1926 | Briand und Stresemann werden gemeinsam mit dem französischen Friedensnobelpreis ausgezeichnet. |
| 31.01.1927 | Mit der Auflösung der interalliierten Militärkommission endet die Abrüstungskontrolle der Siegermächte. |
| 16.07.1927 | Durch Gesetz wird eine "Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitsversicherung" geschaffen, die durch paritätische Beiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert werden soll. |
| 20.05.1928 | Bei den Wahlen zum 4. Reichstag kann vo rallem die SPD mit 28,7% der Stimmen Erfolge verbuchen; die DNVP erleidet starke Verluste und fällt auf 14,2% zurück. |
| 28.06.1928 | SPD, DDP, Zentrum, BVP und DVP bilden unter Reichskanzler Hermann Müller ( SPD) nochmals eine Große Koalition. |
| Oktober 1928 | - Dezember 1928. Im "Ruhreisenstreit" bei dem die Unternehmen zeitweise die gesamte Arbeitnehmerschaft der Eisen- und Stahlindustrie an der Ruhr aussperren, erreichen die Spannungen zwischen Industrie und Arbeiterschaft einen Höhepunkt. |
| 07.06.1929 | Eine von dem amerikanischen Writschaftsfachmann Owen Young geleitete Sachverständigenkommission legt einen neuen Reparationsplan vor, der eine Reduzierung der deutschen Lasten und günstigere Zahlungsbedingungen vorsieht. |
| 09.07.1929 | Mit der "Konstituierung eines "Reichsausschusses für das deutsche Volksbegehren" beginnen DNVP, Stahlhelm und NSDAP ihre Kampagne gegen den Young-Plan. |
| 03.10.1929 | Außenminister Stresemann (DVP) stirbt plötzlich im Alter von 51 Jahren. |
| 25.10.1929 | Mit dem Börsenkrach in New York beginnt die Weltwirtschaftskrise. |
| 06.12.1929 | Denkschrift von Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht gegen den Young-Plan. |
| 22.12.1929 | Das Volksbegehren der nationalistischen Rechten gegen den Young-Plan scheitert. |
| 23.01.1930 | Mit Wilhelm Frick wird in Thüringen erstmals ein Nationalsozialist Minister in einer deutschen Landesregierung. |
| 12.03.1930 | Der Reichstag billigt die Young-Plan-Gesetze. |
| 27.03.1930 | Die Große Koalition unter Reichskanzler Müller (SPD) bricht über die Grage der Finanzierung der Arbeitslosenversicherung auseinander. |
| 29.03.1930 | Reichspräsident von Hindenburg ernennt den Zentrumspolitiker Heinrich Brüning zum Reichskanzler, ohne sich zuvor um eine parlamentarische Mehrheitsbildung bemüht zu haben; damit amtiert erstmals ein Präsidialkabinett. |
| 01.04.1930 | Der erste große deutsche Tonfilm - Josef von Sternbergs "Der blaue Engel" mit Emil Jannings und Marlene Dietrich in den Hauptrollen - wird uraufgeführt. Mit ihm beginnt der Siegeszug des Kinos als Massenmedium, das ein Millionenpublikum anzieht. |
| 30.06.1930 | Die vorzeitige Räumung des Rheinlandes durch alliierte Truppen wird abgeschlossen. |
| 16.07.1930 | Der Reichstag lehnt den wirtschaftspolitischen Kurs Brünings, mit einer strikten Spar- und Deflationspolitik die Staatsfinanzen zu sanieren, mit 256 zu 193 Stimmen ab; dennoch werden die Maßnahmen per Notverordnung in Kraft gesetzt und der Reichstag aufgelöst. |
| 14.09.1930 | Die Reichstagswahl führt zu einem erdrutschartigen Stimmenanstieg der NSDAP, die sich von 2,6% auf 18,3% verbessert und nun mit 107 Abgeordneten im Parlament vertreten ist. Die demokratische Mitte von der SPD bis zur DVP verliert endgültig ihre parlamentarische Mehrheit. |
| 25.09.1930 | In einem Hochverratsprozeß gegen Ulmer Reichswehroffiziere erhält Hitler die Gelegenheit, einen "Legalitätseid" zu schwören. |
| Februar 1931 | Die Zahl der offiziell gemeldeten Arbeitslosen erreicht rund 4,9 Millionen. |
| 20.03.1931 | Die Reichsregierung legt den Plan einer deutsch-österreichischen Zollunion vor, der jedoch am französischen Widerstand scheitert. |
| 20.06.1931 | Die sich zuspitzende internationale Finanzkrise veranlaßt den US-Präsidenten Herbert Hoover, ein einjähriges Schuldenmoratorium durchzusetzen. |
| 13.07.1931 | Der Zusammenbruch der Darmstädter und Nationalbank (Darnat-Bank) löst eine Bankenkrise aus. |
| 06.10.1931 | Mit einer neuen Notverordnung verschärft Reichskanzler Brüning seinen Deflationskurs. |
| 11.10.1931 | Auf einem Treffen in Bad Harzburg verständigt sich die "nationale Opposition" auf ein gemeinsames Vorgehen ("Harzburger Front"). |
| 08.12.1931 | 4. Notverordnung zur "Sicherung von Wirtschaft und Finanzen". |
| 16.12.1931 | Als Antwort auf den Kampfkurs der nationalen Rechten bilden SPD, Gewerkschaften und das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold die "Eiserne Front". |
| Februar 1932 |
Die Arbeitslosigkeit erreicht mit mehr als 6 Millionen den absoluten Höchststand. Die deutsche Wirtschaftsleistung ist gegenüber 1929 um 39% zurückgegangen. |
| 10.04.1932 | Reichspräsident von Hindenburg wird im 2. Wahlgang mit 53% der Stimmen wiedergewählt. Seine Wiederwahl wird von den Parteien der demokratischen Mitte unterstützt, die damit eine Wahl Adolf Hitlers - er erhält 36,8% - verhindern wollen. |
| 13.04.1932 | SA und SS werden durch eine Notverordnung verboten. |
| 24.04.1932 | Bei den Landtagswahlen in Preußen, Bayern, Württemberg, Anhalt und Hamburg erzielt die NSDAP große Stimmengewinne; in Preußen verliert die seit 1925 regierende Weimarer Koalition unter Ministerpräsident Otto Braun ihre Mehrheit. |
| 12.05.1932 | Reichswehrminister Wilhelm Groener wird von General Kurt von Schleicher, dem starken Mann in der Reichswehrführung, u.a. wegen des SA-Verbotes zu Rücktritt gezwungen. |
| 30.05.1932 | Der Reichspräsident entläßt Reichskanzler Brüning; die Regierung übernimmt ein Kabinett der "nationalen Konzentration" mit Franz von Papen als Reichskanzler und Schleicher als Reichswehrminister. |
| 04.06.1932 | Auflösung des Reichstages. |
| 16.06.1932 | Das SA- und SS-Verbot wird aufgehoben. |
| 16.06.1932 | - 09.07.1932. Eine internationale Konferenz verständigt sich in Lausanne auf das Ende der deutschen Reparationen und auf einen Erlaß der interalliierten Schulden. |
| 17.07.1932 | Mit Altonaer Blutsonntag erreichen die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen Nationsozialisten und Kommunisten einen Höhepunkt. |
| 20.07.1932 | "Preußenschlag": Reichskanzler von Papen übernimmt auf dem Wege der Reichsexekution die Macht in Preußen und ersetzt die geschäftsführende preußische Regierung durch einen Reichskomissar; eine Klage der abgesetzten Regierung gegen diese Vorgehen vor dem Staatsgerichtshof hat nur teilweise Erfolg. |
| 22.07.1932 | Deutschland verläßt die Genfer Abrüstungskonferenz. |
| 31.07.1932 | Bei der Reichstagswahl steigt die NSDAP mit 37,7 % der Stimmen zur stärksten Patei auf; NSDAP und KPD stellen nun mehr als die Hälfte der Abgeordneten, der Nationalsozialist Hermann Göring wird Reichstagspräsident. |
| 13.08.1932 | Reichspräsident von Hindenburg lehnt Hitlers Fordferung auf Ernennung zum Reichskanzler kategorisch ab. |
| 04.09.1932 | Die Regierung Papen setzt per Notverordnung einen Zwölfmonatsplan zur "Belebung der Wirtschaft" in Kraft. |
| 12.09.1932 | Der Reichstag spricht der Regierung Papen mit überwältigender Mehrheit das Mißtrauen aus und wird daraufhin erneut aufgelöst. |
| 06.11.1932 | Die NS>DAP muß bei der Reichstagswahl erstmals deutliche Verluste hinnehmen; dennoch bleibt sie mit 33,1% der Stimmen stärkste Partei. |
| 17.11.1932 | Reichskanzler Papen findet für sein Programm einer autoritären Lösung der Staatskrise zwar die Zustimmung des Reichspräsidenten, nicht aber General Schleichers und tritt zurück. |
| 03.12.1932 | Schleicher, der nun selbst an die Spitze eines Präsidialkabinetts tritt, bemüht sich in den folgenden Wochen vergeblich, die Lage mit neuen politischen Konzepten, etwa einer Kooperation mit den Gewerkschaften und dem linken Flügel der NSDAP, zu stabilisieren. |