Deutschland 1918 - 1932

09.11.1918 Ausrufung der Republik durch den Sozialdemokraten Philipp Scheidemann; Wilhelm II. dankt als Kasier und preußischer König ab und geht ins niederländische Exil.
10.11.1918 SPD und USPD bilden gemeinsam den "Rat der Volksbeauftragten", der die Regierungsgewalt in Deutschland übernimmt. Der Führer der SPD, Friedrich Ebert, und General Wilhelm Groener von der OHL (Oberste Heeresleitung) verständigen sich auf eine partielle Koopertation.
12.11.1918 Gründung der katholisch-konservativen Bayerischen Volkspartei (BVP).
15.11.1918 Großindustrie und Gewerkschaften vereinbaren die Bildung einer "Zentralarbeitsgemeinschaft"; die Gewerkschaften werden endgültig als gleichberechtigte Verhandlungspartner anerkannt.
20.11.1918 Gründung der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP).
24.11.1918 Gründung der konservativ-nationalistischen Deutschnationalen Volkspartei (DNVP).
15.12.1918 Gründung der nationalliberalen Deutschen Volkspartei (DVP) unter Führung von Gustav Stresemann.
16.12.1918 - 21.12.1918. Der von gemäßigten Sozialdemokarten dominierte Reichskongreß der Arbeiter- und Soldatenräte beschließt in Berlin, Wahlen zu einer Nationalversammlung auszuschreiben.
29.12.1918 Die USPD-Vertreter verlassen den Rat der Volksbeauftragten.

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01.01.1919 Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).
05.01.1919 - 12.01.1919. Der von der KPD und anderen linksradikalen Kräften angezettelte "Spartakusaufstand" in Berlin wird im Auftrag der Reichsregierung von Freikorps und regulären Truppen niedergeschlagen.
15.01.1919 Ermordung der KPD-Politiker Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht durch Freikorpsoffiziere.
19.01.1919 Bei den Wahlen zur Nationalversammlung - erstmals sind auch Frauen wahlberechtigt - wird die SPD mit 37,9% stärkste Partei; insgesamt erhalten jene Parteien, die uneingeschränkt für eine parlamentarisch-demokratische Republik eintreten - neben der SPD das Zentrum und die DDP -, mehr als 75% der Stimmen.
Februar 1919 bis Mai 1919. Streiks, Unruhen und Aufstände erschüttern weite Teile des Reiches und führen zu oft bürgerkriegsähnlichen Zuständen.
06.02.1919 Wegen der unruhigen Lage in Berlin beginnt die Nationalversammlung ihre Beratungen in Weimar.
10.02.1919 In einem "Gesetz über die vorläufige Ordnung der Reichsgewalt" werden bereits die Grundzüge der künftigen republikanischen Verfassung festgelegt.
11.02.1919 Der Sozialdemokrat Friedrich Ebert wird von der Nationalversammlung zum vorläufigen Reichspräsidenten gewählt.
13.02.1919 SPD, Zentrum und DDP bilden unter Ministerpräsident Philipp Scheidemann (SPD) als "Weimarer Koalition" gemeinsam die Reichsregierung.
21.02.1919 Der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner (USPD) wird in München auf dem Weg in den Landtag vin dem rechtsradikalen Offizier Graf Arco-Valley ermordet.
07.04.1919 - 02.05.1919. In München wird von der radikalen Linken eine Räterepublik proklamiert; deren Herrschaft endet erst mit der blutigen Rückeroberung der Stadt durch Freikorps und Reichswehreinheiten.
28.04.1919 Die Vollversammlung der Pariser Friedenskonferenz nimmt die Satzung des Völkerbundes an, der nach dem Konzept des US-Präsidenten Woodrow Wilson künftig den Weltfrieden sichern soll.
16.06.1919 Die Siegermächte fordern Deutschland ultimativ auf, den Friedensvertrag in der vorgelegten Form anzunehmen.
20.06.1919 Wegen des allierten Ultimatums tritt die Regierung Scheidemann zurück. Nach einer mehrtägigen Regierungskrise setzt die Weimarer Koalition unter Reichskanzler Gustav Bauer (SPD) ihre Zusammenarbeit fort.
28.06.1919 Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen dem Deutschen Reich und den Allierten im Spiegelsaal von Versailles: Deutschland verliert Elsaß-Lothringen, Nordschleswig, Teile Westpreußens und Oberschlesiens sowie seine Kolonien
11.08.1919 Reichspräsident Ebert fertigt die Weimarer Reichsverfassung aus, die am 14.08.1919 in Kraft tritt.
September Beginn der Erzbergerschen Finanzreform, die angesichts der hohen Kriegs- und Kriegsfolgelasten die Finanzkraft des Reiches auf Kosten der Länder und Gemeinden stärkt und die Steuerlast erheblich erhöht.
18.11.1919 Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg befördert mit seiner Aussage vor dem Untersuchungsausschuß der Nationalversammlung die "Dolchstoß-Legende und damit rechtsradikale Propaganda gegen die Republik.

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13.03.1920 - 17.03.1920. Der von monarchistischen und rechtsextremistischen Kräften in Berlin inszenierte Kapp-Lüttwitz-Putsch gegen die Republik scheitert an der abwartenden Haltung der Ministerialbürokratie und dem von den Gewerkschaften ausgerufenen Generalstreik.
15.03.1920 .15.05.1920. Freikorps und Reichswehreinheiten gehen gegen kommunistische Aufstände im Ruhrgebiet vor; als Antwort auf Verstöße gegen die Entmilitarisierungsbestimmungen besetzen die Franzosen vorübergehend Frankfurt am Main und Darmstadt.
06.06.1920 Bei der ersten Wahl zum Reichstag erleiden die Parteien der Weimarer Koalition schwere Verluste; sie erhalten zusammen nicht einmal mehr die absolute Mehrheit.
25.06.1920 Als Konsequenz aus dem Wahlergebnis wird unter Reichskanzler Konstantin Fehrenbach (Z) erstmals ein bürgerliches Minderheitskabinett aus Zentrum, DDP und DVP gebildet.
04.12.1920 - 07.12.1920. Der linke Flügel der USPD tritt zur KPD über und begünstigt deren Aufstieg zur Massenpartei.

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01.03.1921 Die Londoner Reparationskonferenz fordert Deutschland unter Androhung von Sanktionen zur Anerkennung einer Gesamtschuld von 226 Milliarden Goldmark auf; als die Reichsregierung auf ihrer Ablehnung beharrt, besetzen am 08.03. französische Truppen Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort.
20.03.1921 Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien entscheiden sich rund 60% der Stimmberechtigten für Deutschland; nach schweren Kämpfen wird das Gebiert im Oktober zwischen Deutschland und Polen aufgeteilt.
Erneut erschüttern kommunistische Aufstände das mitteldeutsche Industriegebiet und Hamburg.
05.05.1921 Im Londoner Ultimatum fordern die Allierten von Deutschland Reparationen in Höhe von 132 Milliarden Goldmark.
06.05.1921 Mit dem Abschluß eines Handelsvertrages nähern sich das Deutsche Reich und Sowjetrußland politisch einander an; parallel hierzu kommt eine geheime militärische Kooperation in Gang.
11.05.1921 Das  neugebildete Reichskabinett unter Reichskanzler Joseph Wirth (Z) setzt die Annahme des Londoner Ultimatums durch; durch striktes Bemühen um die "Erfüllung" der alliierten Forderungen soll deren Unerfüllbarkeit bewiesen und deren Revision erzwungen werden.
29.07.1921 Adolf Hitler wird zum Vorsitzenden der 1920 gegründeten Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gewählt.
26.08.1921 Reichsfinanzminister Mathais Erzberger (Z) wird von einem Rechtsextremisten ermordet.

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16.04.1922
Im Vertrag von Rapallo verzichten das Deutsche Reich und Sowjetrußland gegenseitig auf Reparationen und verstärken ihre wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit.
24.06.1922 Außenminister Walther Rathenau (DDP) wird in Berlin durch rechtsradikale Attentäter erschossen.
21.07.1922 Unter dem Eindruck des Mordes verabschiedet der Reichstag das "Gesetz zum Schutz der Republik", das schärfere Strafen für politische Gewalttaten vorsieht und das Verbot extremistischer Organisationen erleichtert.
24.09.1922 Die nach dem Übertritt des linken Flügels zur KPD noch verbliebenen Teile der USPD schließen sich der SPD an.

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11.01.1923 Frankreich und Belgien nehmen deutsche Reparationsrückstände zum Anlaß, ihren langgehegten Plan umzusetzen und in das Ruhrgebiet einzumarschieren. Gegen die Besetzung wird von deutscher Seite zum passiven Widerstand aufgerufen; dessen Kosten belasten den Reichshaushalt und heizen die Inflation kräftig an.
01.08.1923 Der Wert der Mark, der Ende 1922 noch bei 8000 M. für einen Dollar gelegen hatte, fällt ins Bodenlose; für einen Dollar müssen nun mehr als eine Million M. gezahlt werden.
13.08.1923 Angesichts der schweren Krise gelingt unter Reichskanzler Stresemann (DVP) erstmals die Bildung einer Großen Koalition aus SPD, DDP, Zentrum und DVP.
26.09.1923 Die Reichsregierung beschließt, den passiven Widerstand gegen die Ruhrbesetzung aufzugeben.
27.09.1923 Wegen der sich zuspitzenden Krise verhängt die Reichsregierung den Ausnahmezustand für das Reichsgebiet.
Oktober 1923 Höhepunkt der politischen und wirtschaftlichen Krise: Die Inflationsspirale dreht sich immer schneller, im Rheinland unf in der Pfalz regen sich separatistische Bestrebungen; in Sachsen und Thüringen bilden sich Volksfrontregierungen und bereitet die KPD revolutionäre Aktionen vor; in Bayern, das rechtsextremistischen Kräften seit längerem erheblichen Spielraum gewährt, verweigert sich die rechtsorientierte Regierung den Anordnungen des Reiches.
13.10.1923 Der Reichstag verabschiedet zum ersten Mal ein "Ermächtigungsgesetz", das der Reichsregierung für sechs Monate außerordentliche Vollmachten einräumt.
23.10.1923 Mit der Reichsexekution gegen Sachsen und dem Einmarsch von Reichswejreinheiten gelingt es der Reichsregierung, die politische Lage in Mitteldeutschland zu stabilisieren.
29.10.1923 Die Radio-Stunde AG in Berlin sendet ihr Eröffnungsprogramm; binnen weniger Jahre entwickelt sich der Rundfunk zu einem Massenmedium mit mehr als vier Millionen Teilnehmern.
03.11.1923 Reichswehrchef von Seeckt verweigert die von Reichspräsident Ebert geforderte Reichsexekution gegen Bayern; wegen des unterschiedlichen Vorgehens der Reichsregierung gegen Sachsen und Bayern verlassen die SPD-Minister das Kabinett Stresemann.
08.11.1923 - 09.11.1923. Der von Adolf Hitler und Erich Ludendorff inszenierte Putschversuch der NSDAP in München scheitert; Reichspräsident Ebert überträgt General von Seeckt die vollziehende Gewalt im Reich.
15.11.1923 Mit der Ausgabe der Rentenmark, deren Wert auf eine Rentenmark für eine Billion Papiergeld festgesetzt wird, gelingt die Stabilisierung der deutschen Währung.
23.11.1923 Obwohl die Reichsregierung aus der schweren Krise des Jahres 1923 siegreich hervorgeht und die demokratische Repbulik sich behauptet, bricht das Kabinett von Reichskanzler Stresemann endgültig auseinander. NASDAP und KPD werden für mehrere Monate verboten.
21.12.1923 Eine neue Arbeitszeitverordnung ermöglicht Abweichungen von dem seit der Revolution gesetzlich festgeschriebenen Achtstundentag; die Arbeitszeitfrage wird zu einem beständigen Streitpunkt zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften.



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01.03.1924 Aufhebung des im September 1923 verhängten Ausnahmezustands.
01.04.1924 Adolf Hitler wird wegen des Novemberputsches zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, jedoch schon im Dezember aus der Haft entlassen.
09.04.1924 Die Ende November 1923 eingesetzte Expertenkommission unter der Leitung des amerikanischen Finanzfachmannes Charles G. Dawes legt ihre Vorschläge zur Regelung der Reparationsfragen vor.
04.05.1924 Das Ergebnis der Reichstagswahl, in der KPD (12,6%) und DNVP (19,5%) erhebliche Gewinne erreichen, macht die parlamentarische Mehrheitsbildung noch schwieriger.
29.08.1924 Der Reichstag nimmt mit der notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit, darunter auch Stimmen aus der DNVP, den Dawes-Plan an.
07.12.1924 Bei der zweiten Reichstagswahl des Jahres 1924 erzielen die Parteien der demokratischen Mitte leichte Stimmengewinne.

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15.01.1925 Der parteilose Hans Luther bildet ein neues Reichskabinett, in dem erstmals auch die DNVP Regierungsverantwortung übernimmt.
27.02.1925 Neugründung der NSDAP im Münchener Bürgerbräukeller.
28.02.1925 Reichspräsident Ebert (SPD) stirbt im Alter von 54 Jahren.
28.04.1925 Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg wird im 2. Wahlgang mit 48,3% der Stimmen gegen den Kandidaten der Weimarer Koalition, den Zentrumspolitiker Wilhelm Marx, zum Reichspräsidenten gewählt.
14.07.1925 - 01.08.1925. Räumung des Ruhrgebiets durch die Alliierten.
01.12.1925 Im Vertrag von Locarno verzichten Deutschland, Frankreich und Belgien gegenseitig auf gewaltsame Änderungen der gemeinsamen Grenzen. Stresemanns Politik zielt darauf, durch einen Ausgleich im Westen freie Hand für die Revision der Ostgrenzen zu erhalten.

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26.2.1926 Auf der Bamberger Führertagung setzt Adolf Hitler seinen alleinigen Führungsanspruch endgültig in der NSDAP durch.
24.04.1926 Deutschland und die UdSSR schließen in Berlin einen Freundschafts- und Neutralitätsvertrag.
05.05.1926 Eine Flaggenverordnung des Reichspräsidenten, die festlegt, daß die deutschen Auslandsvertretungen neben der Reichsflagge (Schwarz-Rot-Gold) auch die Handelsflagge (Schwarz-Weiß-Rot) zeigen sollen, löst scharfe politische Auseinandersetzungen aus und führt zum Sturz von Reichskanzler Luther.
10.09.1926 Mit der Aufnahme in den Völerbund kehrt Deutschland in den Kreis der gleichberechtigten europäischen Mächte zurück.
17.09.1926 Aueßnminister Stresemann und sein französischer Amtskollege Aristide Briand beraten in Thoiry über einen umfassenden deutsch-französischen AUsgleich.
10.12.1926 Briand und Stresemann werden gemeinsam mit dem französischen Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

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31.01.1927 Mit der Auflösung der interalliierten Militärkommission endet die Abrüstungskontrolle der Siegermächte.
16.07.1927 Durch Gesetz wird eine "Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitsversicherung" geschaffen, die durch paritätische Beiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert werden soll.

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20.05.1928 Bei den Wahlen zum 4. Reichstag kann vo rallem die SPD mit 28,7% der Stimmen Erfolge verbuchen; die DNVP erleidet starke Verluste und fällt auf 14,2% zurück.
28.06.1928 SPD, DDP, Zentrum, BVP und DVP bilden unter Reichskanzler Hermann Müller ( SPD) nochmals eine Große Koalition.
Oktober 1928 - Dezember 1928. Im "Ruhreisenstreit" bei dem die Unternehmen zeitweise die gesamte Arbeitnehmerschaft der Eisen- und Stahlindustrie an der Ruhr aussperren, erreichen die Spannungen zwischen Industrie und Arbeiterschaft einen Höhepunkt.

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07.06.1929 Eine von dem amerikanischen Writschaftsfachmann Owen Young geleitete Sachverständigenkommission legt einen neuen Reparationsplan vor, der eine Reduzierung der deutschen Lasten und günstigere Zahlungsbedingungen vorsieht.
09.07.1929 Mit der "Konstituierung eines "Reichsausschusses für das deutsche Volksbegehren" beginnen DNVP, Stahlhelm und NSDAP ihre Kampagne gegen den Young-Plan.
03.10.1929 Außenminister Stresemann (DVP) stirbt plötzlich im Alter von 51 Jahren.
25.10.1929 Mit dem Börsenkrach in New York beginnt die Weltwirtschaftskrise.
06.12.1929 Denkschrift von Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht gegen den Young-Plan.
22.12.1929 Das Volksbegehren der nationalistischen Rechten gegen den Young-Plan scheitert.

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23.01.1930 Mit Wilhelm Frick wird in Thüringen erstmals ein Nationalsozialist Minister in einer deutschen Landesregierung.
12.03.1930 Der Reichstag billigt die Young-Plan-Gesetze.
27.03.1930 Die Große Koalition unter Reichskanzler Müller (SPD) bricht über die Grage der Finanzierung der Arbeitslosenversicherung auseinander.
29.03.1930 Reichspräsident von Hindenburg ernennt den Zentrumspolitiker Heinrich Brüning zum Reichskanzler, ohne sich zuvor um eine parlamentarische Mehrheitsbildung bemüht zu haben; damit amtiert erstmals ein Präsidialkabinett.
01.04.1930 Der erste große deutsche Tonfilm - Josef von Sternbergs "Der blaue Engel" mit Emil Jannings und Marlene Dietrich in den Hauptrollen - wird uraufgeführt. Mit ihm beginnt der Siegeszug des Kinos als Massenmedium, das ein Millionenpublikum anzieht.
30.06.1930 Die vorzeitige Räumung des Rheinlandes durch alliierte Truppen wird abgeschlossen.
16.07.1930 Der Reichstag lehnt den wirtschaftspolitischen Kurs Brünings, mit einer strikten Spar- und Deflationspolitik die Staatsfinanzen zu sanieren, mit 256 zu 193 Stimmen ab; dennoch werden die Maßnahmen per Notverordnung in Kraft gesetzt und der Reichstag aufgelöst.
14.09.1930 Die Reichstagswahl führt zu einem erdrutschartigen Stimmenanstieg der NSDAP, die sich von 2,6% auf 18,3% verbessert und nun mit 107 Abgeordneten im Parlament vertreten ist. Die demokratische Mitte von der SPD bis zur DVP verliert endgültig ihre parlamentarische Mehrheit.
25.09.1930 In einem Hochverratsprozeß gegen Ulmer Reichswehroffiziere erhält Hitler die Gelegenheit, einen "Legalitätseid" zu schwören.

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Februar 1931 Die Zahl der offiziell gemeldeten Arbeitslosen erreicht rund 4,9 Millionen.
20.03.1931 Die Reichsregierung legt den Plan einer deutsch-österreichischen Zollunion vor, der jedoch am französischen Widerstand scheitert.
20.06.1931 Die sich zuspitzende internationale Finanzkrise veranlaßt den US-Präsidenten Herbert Hoover, ein einjähriges Schuldenmoratorium durchzusetzen.
13.07.1931 Der Zusammenbruch der Darmstädter und Nationalbank (Darnat-Bank) löst eine Bankenkrise aus.
06.10.1931 Mit einer neuen Notverordnung verschärft Reichskanzler Brüning seinen Deflationskurs.
11.10.1931 Auf einem Treffen in Bad Harzburg verständigt sich die "nationale Opposition" auf ein gemeinsames Vorgehen ("Harzburger Front").
08.12.1931 4. Notverordnung zur "Sicherung von Wirtschaft und Finanzen".
16.12.1931 Als Antwort auf den Kampfkurs der nationalen Rechten bilden SPD, Gewerkschaften und das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold die "Eiserne Front".

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Februar
1932
Die Arbeitslosigkeit erreicht mit mehr als 6 Millionen den absoluten Höchststand. Die deutsche Wirtschaftsleistung ist gegenüber 1929 um 39% zurückgegangen.
10.04.1932 Reichspräsident von Hindenburg wird im 2. Wahlgang mit 53% der Stimmen wiedergewählt. Seine Wiederwahl wird von den Parteien der demokratischen Mitte unterstützt, die damit eine Wahl Adolf Hitlers - er erhält 36,8% - verhindern wollen.
13.04.1932 SA und SS werden durch eine Notverordnung verboten.
24.04.1932 Bei den Landtagswahlen in Preußen, Bayern, Württemberg, Anhalt und Hamburg erzielt die NSDAP große Stimmengewinne; in Preußen verliert die seit 1925 regierende Weimarer Koalition unter Ministerpräsident Otto Braun ihre Mehrheit.
12.05.1932 Reichswehrminister Wilhelm Groener wird von General Kurt von Schleicher, dem starken Mann in der Reichswehrführung, u.a. wegen des SA-Verbotes zu Rücktritt gezwungen.
30.05.1932 Der Reichspräsident entläßt Reichskanzler Brüning; die Regierung übernimmt ein Kabinett der "nationalen Konzentration" mit Franz von Papen als Reichskanzler und Schleicher als Reichswehrminister.
04.06.1932 Auflösung des Reichstages.
16.06.1932 Das SA- und SS-Verbot wird aufgehoben.
16.06.1932 - 09.07.1932. Eine internationale Konferenz verständigt sich in Lausanne auf das Ende der deutschen Reparationen und auf einen Erlaß der interalliierten Schulden.
17.07.1932 Mit Altonaer Blutsonntag erreichen die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen Nationsozialisten und Kommunisten einen Höhepunkt.
20.07.1932 "Preußenschlag": Reichskanzler von Papen übernimmt auf dem Wege der Reichsexekution die Macht in Preußen und ersetzt die geschäftsführende preußische Regierung durch einen Reichskomissar; eine Klage der abgesetzten Regierung gegen diese Vorgehen vor dem Staatsgerichtshof hat nur teilweise Erfolg.
22.07.1932 Deutschland verläßt die Genfer Abrüstungskonferenz.
31.07.1932 Bei der Reichstagswahl steigt die NSDAP mit 37,7 % der Stimmen zur stärksten Patei auf; NSDAP und KPD stellen nun mehr als die Hälfte der Abgeordneten, der Nationalsozialist Hermann Göring wird Reichstagspräsident.
13.08.1932 Reichspräsident von Hindenburg lehnt Hitlers Fordferung auf Ernennung zum Reichskanzler kategorisch ab.
04.09.1932 Die Regierung Papen setzt per Notverordnung einen Zwölfmonatsplan zur "Belebung der Wirtschaft" in Kraft.
12.09.1932 Der Reichstag spricht der Regierung Papen mit überwältigender Mehrheit das Mißtrauen aus und wird daraufhin erneut aufgelöst.
06.11.1932 Die NS>DAP muß bei der Reichstagswahl erstmals deutliche Verluste hinnehmen; dennoch bleibt sie mit 33,1% der Stimmen stärkste Partei.
17.11.1932 Reichskanzler Papen findet für sein Programm einer autoritären Lösung der Staatskrise zwar die Zustimmung des Reichspräsidenten, nicht aber General Schleichers und tritt zurück.
03.12.1932 Schleicher, der nun selbst an die Spitze eines Präsidialkabinetts tritt, bemüht sich in den folgenden Wochen vergeblich, die Lage mit neuen politischen Konzepten, etwa einer Kooperation mit den Gewerkschaften und dem linken Flügel der NSDAP, zu stabilisieren.


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Quelle: "Deutsche Geschichte in Daten" Dieter Hein, Beck 2005
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